EU-Beschwerde
Kliniken wollen Medikamente frei einkaufen

Zwei deutsche Gesundheitsunternehmen wollen das lokale Belieferungsmonopol der Apotheken brechen und ihre Medikamente künftig frei einkaufen. Sie haben deshalb bei der Kommission der Europäischen Union (EU) Beschwerde gegen das deutsche Apothekengesetz erhoben.

dpa DAMP/OSTSEE. Die Damp Holding AG (Damp bei Eckernförde) und die Curanum AG (München) möchten für ihre Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen die Arzneimittel direkt einkaufen. Dadurch ließen sich zehn Prozent der Medikamentenkosten sparen, teilten die Unternehmen am Dienstag in Damp mit.

Die deutsche Gesetzgebung verstoße gegen europäische Regelungen, die innerhalb der EU ausdrücklich den freien Handel mit Medikamenten erlaubten, hieß es. Bisher dürften Krankenhäuser und Pflegezentren ihre Arzneimittel nur über Apotheken der näheren Umgebung oder stark eingeschränkt aus dem europäischen Ausland beziehen.

"Das herrschende Arzneimittel- und Apothekenrecht leistet der Wettbewerbsverzerrung Vorschub und verschafft einzelnen Apotheken eine Monopolstellung zu Lasten überregionaler Klinikverbände", sagte Thomas Kupczik, Finanzvorstand der Damp Holding AG. Anstelle kostensenkender Sammelaufträge seien Klinikgruppen zu kostspieligen Einzelbestellungen gezwungen. Der Damper Gruppe gehören in Norddeutschland sechs Fachkliniken.

Die Curanum AG betreibt nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Hans-Milo Halhuber bundesweit 43 Pflegeeinrichtungen mit über 5 000 Plätzen sowie 650 betreuten Wohnungen. Diese müssten ihre Arzneimittelbestellungen einzeln aufgeben. Kosten und Aufwand könnten "in beachtlichem Umfang" gesenkt werden, wenn die Beschränkungen aufgehoben würden.

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