EU besorgt wegen jüngster Kämpfe
Balkangipfel: Dringende Lösung des Kosovo-Konflikts notwendig

Staats- und Regierungschefs der Balkanländer haben am Freitag bei einem Gipfeltreffen mit der Europäischen Union (EU) vor einer Eskalation des Konflikts um die jugoslawische Provinz Kosovo gewarnt.

Reuters SKOPJE. Wenn die Gewalt der albanischen Rebellengruppen nicht gestoppt werde, könne dies die Stabilität der gesamten Region gefährden, sagte der mazedonische Präsident Boris Trajkovski in Skopje. Der außenpolitische Berater der EU, Javier Solana, äußerte sich optimistisch über eine Lösung des Konflikts. "Ich denke, wir bewegen uns in die richtige Richtung", sagte er.

Es sei extrem gefährlich, wenn die internationale Gemeinschaft die Notwendigkeit einer dringenden Lösung des Kosovo-Konflikts unterschätze, sagte Trajkovski zum Auftakt des Gipfels.
Auch der bulgarische Präsident Petar Stoyanov verurteilte den Kampf der albanischen Rebellen scharf und sagte, er gefährde die demokratische Entwicklung Jugoslawiens. Eine entsprechend harte Verurteilung der Rebellen im Entwurf der Abschlusserklärung wurde nach mazedonischen Angaben einzig von Albanien nicht mitgetragen.

Der Kosovo ist mehrheitlich von Albanern bewohnt. Sie fordern die Unabhängigkeit von Jugolslawien, das mehrheitlich von Serben besiedelt ist. Jenseits der Provinzgrenze kämpfen die Rebellen gegen die serbische Hoheit über das ebenfalls von Albanern bewohnte Presovo-Tal.

EU ist wegen der jüngsten Kämpfe besorgt

Die EU sei besorgt wegen der jüngsten Kämpfe um das Presovo-Tal, sagte Solana. Der Konflikt sollte jedoch die Entwicklungen auf dem Balkan nicht überschatten. Er verwies darauf, dass die Auseinandersetzungen auch am Montag Thema beim Treffen der EU-Außenminister im französischen Nizza und einen Tag später beim Treffen der NATO-Außenminister sei.
Er gehe davon aus, dass dabei eine Lösung auf den Weg gebracht werden könne.

Solana betonte erneut die Unterstützung von EU und NATO für einen jüngst von Jugoslawien vorgelegten Friedensplan für die Region. Seit dem Kosovo-Krieg im Frühsommer 1999 steht die Provinz unter internationaler Verwaltung und wird von einer Friedenstruppe gesichert, die von der NATO geführt wird.

Annäherung zwischen Türkei und Griechenland

Die wegen Hoheitsfragen in der Ägäis lange Zeit verfeindeten Nachbarstaaten Griechenland und Türkei vereinbarten am Rande des Gipfels weitere Schritte für eine gegenseitige Annäherung. Außenminister George Papandreou und sein türkischer Kollege Ismail Cem beschlossen offiziellen Angaben zufolge eine gemeinsame Reise in der Ägäis und diskutierten regelmäßige bilaterale Treffen. Die Konflikte mit Griechenland galten lange als Hindernis auf dem Weg der Türkei in die EU.

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