EU-Bußgeld wegen Preiskartell bei Vitaminen
BASF droht Strafe in Millionenhöhe

Die EU-Kommission wird in dieser Woche ein Bußgeld von 105 Mill. DM wegen verbotener Preisabsprachen bei Vitaminpräparaten gegen den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF verhängen. BASF sei Teil eines "Vitaminkartells", dem insgesamt 13 Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche angehörten, verlautete in Brüssel aus Kommissionskreisen. Eineinhalb Jahre nach Verfahrenseröffnung werde die Kommission am Mittwoch dieser Woche die Strafe gegen das deutsche Unternehmen aussprechen.

dpa BRÜSSEL. Mit Bußgeldern müsste auch der deutsche Pharmakonzern Merck KGaA rechnen, der noch ein kleines Vitamingeschäft unterhält, sowie die Schweizer Roche Holding AG, einem der führenden Vitaminproduzenten weltweit. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti wirft den Firmen vor, den Weltmarkt für die Vitamine A, C, D und B jahrelang untereinander aufgeteilt zu haben. Kunden hätten wegen der abgesprochenen und künstlich hoch gehaltenen Preise etliche Milliarden DM zu viel zahlen müssen. Preisabsprachen zwischen Unternehmen sind in der Union grundsätzlich verboten.

BASF hatte bereits wegen verbotener Preisabsprachen im Vitaminsektor seit September 1999 in den USA und Kanada rund 1,3 Mrd. DM für Strafen und Vergleiche gezahlt. Der Chemiekonzern hat nach eigenen Angaben noch keine Kenntnis von der jetzt anstehenden Strafe der EU. "Wir wissen von den Ermittlungen gegen die BASF und andere Vitaminhersteller", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Man wolle jedoch nicht über die Höhe möglicher Bußgelder spekulieren.

Auch der Darmstädter Merck-Konzern lehnte gestern jeden Kommentar ab. Dem Unternehmen wurden bereits Geldbußen von 14 Mill. $ sowie 1 Mill. CAD für Preisabsprachen bei Vitaminprodukten auferlegt.

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