EU-Eingreiftruppe geplant
NATO-Außenminister ringen um gemeinsame Position zur EU

Die Außenminister der NATO wollen am Freitag versuchen, doch noch eine gemeinsame Haltung der Allianz zur geplanten neuen Eingreiftruppe der EU zu erarbeiten.

reuters BRÜSSEL. Eine Übereinkunft war am Vortag am Widerstand der Türkei gescheitert. Die Regierung in Ankara lehnt es ab, der Europäischen Union (EU) den geforderten automatischen Zugriff auf die militärische Planung der NATO zu gestatten. Die Türkei, die zwar Mitglied der NATO, nicht aber der EU ist, befürchtet, von den Planungsprozessen der neuen EU-Truppe ausgeschlossen zu werden. Am Freitag wollen die Außenminister von EU und NATO erstmals zusammen tagen.

Die EU will bis zum Jahr 2003 eine eigene Eingreiftruppe aufstellen, um mit 60 000 Mann bis zu einem Jahr in Krisengebieten operieren zu können. Die Truppe soll eingreifen, wenn die NATO sich nicht als ganzes engagieren will. Die EU will für die Truppe auf die militärische Planung der NATO zurückgreifen. Damit soll auch verhindert werden, dass die EU ein eigenes Zentrum für Militärplanung aufbaut und so doppelte Strukturen entstehen.

In Diplomatenkreisen hieß es, es werde in der NATO auch befürchtet, dass Frankreich doch eigene Planungskapazitäten der EU wünsche, die zu einer Abkoppelung der europäischen Verbündeten von den USA führen könnten. Französische Diplomaten wiesen dies indes entschieden zurück.

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