EU erneuert Kritik an Schweizer Subventionen
Klamme Töchter gefährden Swissair-Hilfe

Nachdem Politik und Wirtschaft der Schweizer Fluglinie Swissair mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe unter die Arme gegriffen haben, bereitet die unklare finanzielle Situation bei denjenigen Swissair-Töchtern zunehmend Sorgen, die für den Flugbetrieb notwendig sind.

ef ZÜRICH. Peter Siegenthaler, Leiter der von der Schweizer Bundesregierung eingesetzten Task-Force "Luftbrücke", warnte, dass die von Bern zugesagten Mittel für den Flugbetrieb der Swissair nur dann fließen werden, wenn auch die für den Flugbetrieb vitalen Interessen der flugverwandten Gesellschaften gesichert seien. Für die Finanzierung dieser Gesellschaften macht Siegenthaler die Kantone und Banken verantwortlich.

Ein dringender Finanzbedarf besteht bei der SR Technics. Sie ist für die technische Flugzeug-Wartung verantwortlich. Das Unternehmen benötigt bis Ende Januar 2002 rund 100 Mill. sfr. Daneben fehlen der die für den Bereich Buchung und Informatik zuständige Atraxis AG bis Ende November diesen Jahres insgesamt 50 Mill. sfr.

Der Kanton Zürich stellte jedoch bereits klar, keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellen zu wollen. Es sei nicht die Aufgabe der Kantone, die bedrohten Swissair-Töchter mit Steuergeldern zu sanieren, sagte Ruedi Jeker, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zürich. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass man eine Lösung finden könne. Bisher sieht jedoch vieles danach aus, dass der "Schwarze-Peter" hin und her geschoben wird.

Für die flugverwandten Swissair-Töchter solle nach individuellen Lösungen gesucht werden, sagte ein Sprecher von Jeker. Von den beiden Großbanken UBS und Credit Suisse sind bisher 250 Mill. sfr an Überbrückungskrediten zugesagt worden. Davon sind 70 Mill. sfr bereits geflossen. Allerdings habe SR Technics, bei der der Finanzbedarf besonders groß ist, nichts erhalten. Diese Gesellschaft sei nicht kreditwürdig, erklärte ein Banksprecher dazu. Das Unternehmen arbeite jedoch daran, die Kreditwürdigkeit herzustellen.

Als positives Signal wurde die in Aussicht gestellte Bürgschaft des Kantons Zürich für die Unique Flughafen Zürich AG und deren Infrastruktur angesehen. Kritik an dem Schweizer Vorgehen kommt aus Brüssel. Die für Verkehr und Energie zuständige EU-Kommissarin Loyola de Palacio kritisierte das Hilfspaket der Schweizer Bundesregierung für die Swissair. Unter Hinweis auf das Verkehrsabkommen zwischen der EU und der Schweiz sagte die Palacio, sie werde die Rückzahlung der staatlichen Hilfen verlangen, wenn diese nach europäischem Recht nicht erlaubt seien.

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