EU-Finanzminister
IAS soll europäischer Bilanzierungsstandard werden

Die EU will mit strengeren Buchführungsregeln riesige Finanzskandale wie den Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron in Europa vermeiden.

Dpa/vwd OVIEDO. Die EU-Finanzminister drangen deshalb am Samstag bei ihrem informellen Treffen im spanischen Oviedo auf eine rasche und vollständige Einführung der internationalen Buchführungsregeln IAS. Bis zum Herbst soll die Gruppe nun einen Abschlussericht vorlegen. Auf dem EU-Gipfel im Juni in Sevilla soll es einen Zwischenbericht geben.

Die Europäische Kommission hatte für das Treffen in der nordspanischen Stadt einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, um Anleger in der Union vor Betrügereien wie im Falle Enron zu wappnen.

Im Mittelpunkt steht die Anwendung der neuen europäischen Standards für die Rechnungslegung IAS ab 2005 durch Aktiengesellschaften, die in der EU börsennotiert sind. Die von Eichel im Dezember 2001 durchgesetzte Frist bis 2007 soll möglichst eingegrenzt werden. Die USA sollen überzeugt werden, IAS als Alternative zum US-Bilanzierungsstandard US-GAAP anzuerkennen. US-GAAP gilt in Brüssel als deutlich weniger transparent als das IAS-System.

Auch bei den Wirtschaftsprüfern will Brüssel die Zügel anziehen. Ende April soll eine Empfehlung über die Anforderungen an deren Unabhängigkeit vorgelegt werden. Der Hauptprüfer soll demnach alle sieben Jahre wechseln und es soll eine zweijährige Abkühlphase" für Partnerprüfer geben.

Die Kommission bemängelt darüber hinaus, dass es keine EU-Aufsicht für die Wirtschaftsprüfer gibt, und fordert daher die Umsetzung von EU-Mindeststandards.

Ein weiteres Thema sei die Frage "gute Unternehmensführung". Im Gespäch ist dabei ein europäischer Verhaltenskodex.

Im Blick haben die Experten von EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein auch die Rolle der Finanzanalysten und der Ratingagenturen. Während erstere durch die allgemeine Empfehlungen, Interessenkonflikte und "ungeeignete Anreizsysteme für Mitarbeiter" falsche Signale an die Märkte geben könnten, sollte wegen der geringen Zahl an maßgeblichen Ratingagenturen überlegt werden, auch in diesem Sektor regulatorisch tätig zu werden, wie es in dem Fünf-Punkte-Plan heißt.

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