EU-Finanzminister-Treffen
Banken in der Euro-Zone sollen Umtauschkosten tragen

Die Finanzminister der Europäischen Union einigten sich darauf, dass die Banken die Kosten für den Umtausch tragen und keine zusätzlichen Gebühren erheben sollen.

Reuters VERSAILLES. Den Verbrauchern sollen beim Umtausch von D-Mark in Euro bei der Einführung der neuen Währung im Jahr 2002 keine Kosten entstehen. Die Finanzminister der Europäischen Union einigten sich am Samstag in Versailles nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission darauf, dass die Banken die Kosten für den Umtausch tragen und keine zusätzlichen Gebühren erheben sollen. Zugleich beschlossen sie nach Angaben des belgischen Finanzministers Didier Reynders, dass die Verbraucher entgegen dem Wunsch von Einzelhandelsverbänden vor dem Stichtag 1. Januar 2002 keine Euro-Scheine erhalten sollen. Am Vorabend hatten sich die Euro- Finanzminister besorgt über den Kurs der Gemeinschaftswährung geäußert.

Reynders sagte weiter, sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Mehrheit der Mitgliedsstaaten hätten sich gegen eine vorzeitige Ausgabe der Scheine an die Verbraucher gewandt. Damit können Bundesbürger und die Verbraucher in anderen Euro-Staaten vor der endgültigen Einführung des Euro am 1. Januar 2002 nur Euro-Münzen erhalten. Vom 17. Dezember an sollen in Deutschland Euro-Münzen im Gegenwert von 20 Mark ausgegeben werden, damit sich die Bürger mit dem neuen Bargeld vertraut machen können. Die Einzelhandelsverbände hatten dagegen auch die Ausgabe von Scheinen gefordert, da sie Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung mit der neuen Währung befürchten. Die neuen Scheine sollen ab dem 1. September 2001 nur an Banken, Handel und Automatenindustrie ausgegeben werden.

Möglicherweise Apell an die Opec

In Diplomaten-Kreisen hieß es, die Minister wollten beim Mittagessen die Entwicklung des Ölpreises diskutieren. Es gebe aber derzeit keine Pläne, den französischen Finanzminister und Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Laurent Fabius, zur Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) zu entsenden. Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte sich zuvor für eine gemeinsame Intervention von EU und USA zur Senkung der Ölpreise bei der Opec ausgesprochen. Diplomaten sagten, möglicherweise werde es einen Appell an die Opec geben, die Fördermenge zu erhöhen. Die Opec trifft sich am Wochenende, um über eine mögliche Anhebung der Fördermenge zu beraten, von der sich Beobachter zumindest eine Stabilisierung der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise versprechen.

Am Freitagabend hatten die Finanzminister der Euro-Länder die Kursentwicklung des Euro erörtert. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sich die Minister besorgt über die jüngste Kursschwäche des Euro. Ein starker Euro liege im Interesse der Euro-Zone, hatten die Minister erklärt. Die EZB und die Finanzminister wollen die Lage des Euro gemeinsam genau verfolgen. Der französische Finanzminister und Vorsitzende der Euro-Gruppe, Laurent Fabius, hatte zudem Interventionen der Zentralbanken als ein Mittel bezeichnet, das jederzeit zur Verfügung stehe. Der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Christian Noyer, bestätigte Fabius Aussagen mit den Worten, Interventionen seien ein für die EZB jederzeit einsetzbares Instrument.

Der Euro war in den vergangenen Tagen auf immer neue Tiefststände zum $ gefallen und hatte sich auch am Freitagabend nach den Erklärungen der Minister nur kurzzeitig auf 0,8680/87 $ erholt. Nach Handelsschluss gab er in den USA jedoch wieder auf Kurse von rund 0,8660 $ nach. Ein $ kostet damit rund 2,25 DM.

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