EU-Gipfel
Kommentar: Polterabend in Europa

Diesen Streit braucht Europa wirklich nicht: Rüde im Ton greift Frankreichs Präsident Chirac die osteuropäischen Beitrittsländer an und gibt ihnen zu erkennen, wofür er sie hält: für Bittsteller.

Nun gibt es gute Argumente, die für Frankreichs und Deutschlands Haltung im Irak-Konflikt sprechen, sehr gute sogar. Genauso gute Gründe haben aber auch die Beitrittsländer für ihr Verhalten. Beispiel Polen: Jahrhunderte lang war das Land Spielball fremder Mächte. Mit dem Ende des Kommunismus wollte Polen deshalb vor allem dies: endlich einem verlässlichen Verteidigungsbündnis angehören.

Das macht zumindest verständlich, warum das Land sich als ebenso bündnistreu erweisen wollte und den umstrittenen Brief der Acht unterschrieben hat. Das ist ärgerlich für Chirac und andere Europäer. Durch lautes Poltern wird man den Streit aber nicht entschärfen - eher im Gegenteil.

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