EU hatte Beitrittsgespräche von Zugeständnissen abhängig gemacht
Türkei signalisiert Kompromissbereitschaft in der Kurdenfrage

Reuters ANKARA. Im Streit mit der EU um Minderheitsrechte für die Kurden ist die türkische Regierung offenbar bereit, von ihrer harten Haltung abzurücken. Vizeministerpräsident Mesut Yilmaz sagte am Dienstag der Zeitung "Yeni Binyil", keiner Bevölkerungsgruppe sollten grundlegende Rechte oder Freiheiten vorenthalten werden. Die Türkei erkennt Armenier, Griechen und Juden als Minoritäten an, jedoch nicht die rund zwölf Mill. Kurden im Land. Die Europäische Union (EU) hat die Änderung des Status der Kurden als eine der Voraussetzungen für Beitrittgespräche mit der Türkei genannt.

Am Mittwoch wird in Brüssel mt der Veröffentlichung eines EU-Papiers gerechnet, in dem die von der Türkei geforderten Reformen zum Minderheitenschutz aufgelistet werden. Die EU verlangt unter anderem, dass den Kurden das Recht eingeräumt wird, Schulunterricht in ihrer Sprache abzhalten und kurdisch-sprachige Fernseh- und Rundfunkprogramme zu verbreiten. Dies fordert auch die separatistische Kurdische Arbeiterpartei (PKK). Sie hatte 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufgenommen, wobei bis 1999 über 30 000 Menschen umkamen. Nach der Festnahme ihres Anführers Abdullah Öcalan im vergangenen Jahr gab die Gruppe nach eigenen Angaben den Guerilla-Kampf auf und beschränkt sich seither darauf, auf politischem Weg für die Minderheitsrechte der Kurden zu kämpfen.

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