EU-Kommission empfiehlt Abschaffung des Vorruhestands: Früher in Pension: EU ist dagegen

EU-Kommission empfiehlt Abschaffung des Vorruhestands
Früher in Pension: EU ist dagegen

Die EU-Staaten müssen nach Auffassung der EU-Kommission Vorruhestandsregelungen streichen und ihre Sozial- und Bildungspolitik umfassend reformieren, um die Beschäftigung zu erhöhen

Reuters BRÜSSEL. . In einem am Donnerstag in Brüssel vorgestellten Bericht für den Gipfel der Europäischen Union (EU) im März in Barcelona fordert die Kommission zudem die EU-Staaten auf, sich konkrete Beschäftigungsziele zu setzen. Um diese zu erreichen, seien höhere Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung, Anreize für späteren Ruhestand und mehr Angebote für Kinder- und Seniorenbetreuung nötig.

In der EU gebe es rund 11 Mill. Menschen, die unter besseren Bedingungen eine Arbeit aufnehmen würden, erklärte die Kommission. Sie würden gebraucht, um das Ziel der EU einer Beschäftigungsquote von 70 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu erreichen. "Die Mitgliedsstaaten müssen schnell mehr unternehmen, um das Potenzial der EU-Arbeitsmärkte freizusetzen, wenn wir unser vereinbartes Ziel der Vollbeschäftigung bis 2010 erreichen wollen", erklärte Kommissions-Präsident Romano Prodi. "Ein Konjunkturabschwung sollte dazu genutzt werden, die Arbeitnehmer auf den nächsten Aufschwung vorzubereiten", erklärte die Kommission.

Die Mitgliedsstaaten sollten deshalb für sich bestimmte Beschäftigungsziele festlegen. Um sie zu erreichen, schlägt die Kommission eine Reihe von Reformen in der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik vor, die von der betrieblichen Weiterbildung bis zur Besteuerung von Niedrig-Lohn-Jobs reichen.

Anreize für den Vorruhestand sollten wegfallen und statt dessen die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer verbessert werden, schlägt die Kommission vor. Steuer- und Sozialsysteme müssten mehr Anreize zur Arbeit bieten. Arbeit müsse sich auch für Menschen mit niedriger Qualifikation lohnen. Sozialleistungen und Arbeitsplatzsuche müssten verknüpft werden.

Um Eltern und pflegenden Angehörigen älterer Menschen eine Arbeitsaufnahme zu erleichtern, müsse es mehr gute und bezahlbare Betreuungsangebote geben. Zudem müssten die weiterhin bestehenden Unterschiede in der Bezahlung von Männern und Frauen verringert werden. Um Schulabbrechern eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben, müssten für sie bessere Bildungsangebote geschaffen werden.

Die EU hatte sich auf dem Gipfel von Lissabon vor zwei Jahren zum Ziel gesetzt, die Erwerbstätigenquote bis 2010 auf insgesamt 70 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu erhöhen. Dafür müssen nach jetzigen Berechnungen der Kommission 20 Mill. neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Deutschland hatte sich lange gegen die Festschreibung konkreter EU-Beschäftigungsziele gewehrt, ihnen schließlich aber angesichts günstiger Wirtschaftsaussichten zugestimmt. In Lissabon war die EU noch einem jährlichen Wirtschaftswachstum von drei Prozent ausgegangen. Inzwischen erwartet die EU für die Eurozone für dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 1,3 %.

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