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EU-Kommission erwartet 2005 schwächeres Wirtschaftswachstum in der Eurozone

Die Konjunkturbelebung in den Euroländern wird sich nach Einschätzung der EU-Kommission im kommenden Jahr wegen der hohen Ölpreise leicht abschwächen.

dpa-afx BRÜSSEL. Die Konjunkturbelebung in den Euroländern wird sich nach Einschätzung der EU-Kommission im kommenden Jahr wegen der hohen Ölpreise leicht abschwächen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2005 um 2,0 Prozent und im laufenden Jahr um 2,1 Prozent wachsen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Herbstgutachten der Brüsseler Behörde.

Damit ist die EU-Kommission für 2005 pessimistischer als noch im Frühjahr. Damals wurde ein Wachstum von 2,3 Prozent vorhergesagt, während für 2004 nur mit 1,7 Prozent gerechnet wurde. Für alle 25 EU-Staaten erwartet die Kommission im laufenden Jahr 2,5 Prozent (bisher: 2,1%) und im kommenden Jahr 2,3 (2,5) Prozent Wachstum.

Ölpreis Dämpfen

Deutschland wird sich nach Einschätzung der EU-Kommission erneut unterdurchschnittlich entwickeln. Die größte Volkswirtschaft der Eurozone dürfte demnach in diesem Jahr mit 1,9 Prozent und 2005 mit 1,5 Prozent wachsen. Die Bundesregierung rechnet mit 1,8 Prozent in diesem Jahr und mit 1,7 Prozent für 2005.

"Die anhaltend hohen Ölpreise werden 2005 das Wachstum in der Eurozone voraussichtlich dämpfen", heißt es in dem Konjunkturbericht. "Wenn der Preis für Öl wieder sinkt, könnte das Wachstum 2006 wieder zulegen." Für 2006 geht die Kommission von einem BIP-Zuwachs in der Eurozone von 2,2 Prozent (Deutschland: 1,7%; EU 25: 2,4%) aus. Neben den hohen und schwankenden Ölpreisen sieht Brüssel weitere Risiken für ihre Prognosen in den wirtschaftlichen Ungleichgewichten in den USA und in einer deutlichen Aufwertung des Euro.

Binnennachfrage Zieht AN

Als Konjunkturstütze sieht die Behörde in den beiden kommenden Jahren die Binnennachfrage. Dabei wird ein weiterer schrittweiser Anstieg der privaten Konsumausgaben erwartet.

Hinter dem Aufschwung in diesem Jahr steckt nach Einschätzung der EU-Kommission vor allen das anhaltende Exportwachstum. "Neben den Impulsen von außen durch die weltweite Nachfrage sind die wichtigsten Faktoren hinter der Erholung die fördernde makroökonomische Politik, niedrige Inflation, stützende finanzielle Konditionen, steigende Gewinnspannen und Fortschritte bei Strukturreformen." Die Binnennachfrage sei allerdings vergleichsweise schwach geblieben, wobei besonders die Investitionen enttäuschend ausgefallen seien.

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