EU-Kommission fürchtet einen eingeschränkten Wettbewerb
Bertelsmann: EMI-Gespräche laufen wie geplant

Reuters HAMBURG. Die britische Zeitung "Independent" hatte zuvor berichtet, bei den Fusionsgesprächen gebe es Schwierigkeiten. Es seien "ernsthafte Probleme" mit der Europäischen Kommission aufgetreten, die den Fusionskandidaten den Verkauf einzelner Plattenunternehmen ("Label") nahe gelegt habe.

EMI habe Bertelsmann mitgeteilt, das Unternehmen sei nicht bereit, für die geplante Fusion das Label Virgin Records zu verkaufen. Bertelsmann - Sprecher Herrgesell sagte im Hinblick auf diesen Bericht, der Konzern nehme zu Spekulationen über die Verhandlungen mit EMI keine Stellung. Virgin Records ist eines der größten EMI -"Labels", bei dem unter anderem die "Spice Girls" unter Vertrag sind.

Die EU-Kommission fürchtet, dass durch Fusionen unter den größten Musikunternehmen der Welt der Wettbewerb eingeschränkt werden könnte. Die fünf großen Musikunternehmen Universal Music, Sony, BMG, EMI und Warner Music kontrollieren 75 % des weltweiten Musikmarktes, in dem jährlich rund 38 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden.

Eine zunächst geplante Fusion zwischen EMI und dem US-Unternehmen Warner Music war im vergangenen Jahr nach monatelangen Verhandlungen mit der EU-Kommission aufgegeben worden. In Gütersloh wird angestrebt, bei den eigenen Fusionsverhandlungen mit EMI eine solche Verzögerung nach einer möglichen Bekanntgabe eines Fusionsmodells zu verhindern.

Die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtete ebenfalls, die Gespräche zwischen EMI und Bertelsmann verzögerten sich. Sie könnten sich bis in den Februar hinziehen, zitierte die "FTD" den Bertelsmann-Vorstand und neuen BMG-Chef Rolf-Schmidt Holtz. "Für den Abschluss der Verhandlungen gibt es keine Deadline", sagte Konzern-Sprecher Herrgesell. Mit einem Abschluss der Gespräche war Ende Januar gerechnet worden, weil Schmidt-Holtz und Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther vor einigen Wochen in Interviews diesen Termin genannt hatten. Bertelsmann verhandelt offiziell seit November mit EMI über eine BMG-Fusion.

"Wenn es einen guten Deal gibt, dann machen wir ihn, wenn nicht, dann nicht", sagte Bertelsmann-Sprecher Herrgesell weiter und bekräftigte damit frühe Äußerungen Luthers zu den Erfolgsaussichten für die Fusionsverhandlungen.

BMG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1999/2000 mit 4,8 Mrd. Euro den größten Anteil (28 %) am Umsatz des Bertelsmann-Konzerns.



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