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EU-Kommission: Nach BMG Sony-Fusion bleibt Musikmarkt im BlickDPA-Datum: 2004-07-20 13:51:06

Brüssel/Gütersloh (dpa) - Die EU-Kommission will auch nach Billigung der Musik-Fusion von Bertelsmann und Sony den Markt weiterhin scharf beobachten. Die Behörde teilte mit, die Konzentration in der Branche sei nun noch stärker. Die Zahl der Großkonzerne sinke von fünf auf vier.

Brüssel/Gütersloh (dpa) - Die EU-Kommission will auch nach Billigung der Musik-Fusion von Bertelsmann und Sony den Markt weiterhin scharf beobachten. Die Behörde teilte mit, die Konzentration in der Branche sei nun noch stärker. Die Zahl der Großkonzerne sinke von fünf auf vier.

Für ein Verbot oder Auflagen hätten aber keine ausreichenden Beweise vorgelegen, begründeten die Brüsseler Wettbewerbshüter ihre Zustimmung zu dem Geschäft. Preisabsprachen seien nicht nachzuweisen gewesen.

Die Fusion wird nach Auffassung von Vorstandschef Gunter Thielen dem Bertelsmann-Konzern die Zukunft im Musikgeschäft sichern. Ohne den Zusammenschluss mit den japanischen Partnern hätte sich Bertelsmann vermutlich einer anderen Fusion im Musikmarkt gegenüber gesehen, schrieb Thielen in einem Brief an die Bertelsmann-Mitarbeiter. «Die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben für Sony BMG - und damit für die Zukunft der Musik in unserem Medienhaus», schrieb Thielen und unterstrich damit die Bedeutung der Sparte für Europas größten Medienkonzern.

Weltmarktführer ist derzeit Universal Music, Sony BMG wird zu dem US-amerikanischen Konzern aufschließen. Dahinter folgen die beiden anderen großen Plattenfirmen EMI und Warner Music. Sie teilen sich etwa 75 Prozent des Weltmarktes mit Tonträgern.

Der Zusammenschluss von Bertelsmann Music Group (BMG) und Sony war bei der Kommission am 9. Januar 2004 angemeldet worden. Da es erhebliche Einwände von Konkurrenten gab, startete die Behörde eine vertiefte Prüfung. Die Kommission arbeitete eng mit den US- Wettbewerbshütern zusammen, deren Zustimmung in Kürze erwartet wird.

Mit dem 50:50-Joint Venture entsteht ein Unternehmen, das auf einen Umsatz von bis zu 5 Milliarden Dollar (etwa 4,02 Mrd Euro) und weltweit 9000 Mitarbeitern kommt. Es wird Künstler wie Britney Spears, Alicia Keys, David Bowie und Michael Jackson unter einem Dach vereinen. Der weltweite Musikmarkt leidet seit Jahren unter Raubkopien und dem illegalem Herunterladen von Titeln aus dem Internet.

«Die Kommission wird weiter ein scharfes Auge auf den Musiksektor haben, wo die Konzentration immer weiter voranschreitet», hieß es in der Mitteilung der Behörde. «Sie wird jede weitere Konzentration in dieser Industrie sehr genau untersuchen.»

Die Kommission konzentrierte sich bei ihrer Untersuchung auf Preisdaten aus allen Teilen Europas. In einigen Ländern habe sich zwar eine ähnliche Entwicklung der Preise für CDs der fünf großen Anbieter gezeigt. «Die Beweise, die sich fanden, waren nicht ausreichend, um erfolgreich zu zeigen, dass es in der Vergangenheit ein abgesprochenes Preisverhalten gab.» Auch das Entstehen einer dominanten Position der verbliebenen vier Großkonzerne in der Zukunft sei nicht zu belegen.

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