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EU-Kommission schickt Atom-Experten nach Temelin

Brüssel/Prag (dpa) - Nach einer neuen Störung im tschechischen Atomkraftwerk Temelin werden EU-Experten die Sicherheit vor Ort untersuchen. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, sollte eine Inspektorengruppe noch am Dienstag nach Tschechien aufbrechen.

Brüssel/Prag (dpa) - Nach einer neuen Störung im tschechischen Atomkraftwerk Temelin werden EU-Experten die Sicherheit vor Ort untersuchen. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, sollte eine Inspektorengruppe noch am Dienstag nach Tschechien aufbrechen.

Bei dem Zwischenfall in Temelin waren am Sonntag etwa 3000 Liter radioaktiv verseuchte Kühlflüssigkeit aus dem Primärkreislauf des abgeschalteten zweiten Blocks ausgetreten.

Die Atomsicherheitsbehörde in Prag (SUJB) nannte die Mission der EU-Experten «überflüssig», da die Störung «niemanden bedroht» habe. SUJB-Leiterin Dana Drabova warf österreichischen und deutschen Organisationen vor, Temelin wenige Tage vor der Wahl zum Europäischen Parlament als Wahlkampfthema zu missbrauchen.

Kritik an der SUJB kam hingegen vom Sprecher der EU-Kommission. Die Geschwindigkeit der Informationsübermittlung sei «nicht zufrieden stellend» gewesen. Die Kraftwerksleitung, die den Zwischenfall erst am Montag bekannt gegeben hatte, wies die Kritik zurück. «Weil keine Gefahr bestand, haben wir die Prager Atomsicherheitsbehörde informiert, nicht aber die Öffentlichkeit», sagte AKW-Sprecher Milan Nebesar am Dienstag. Er nannte den Zwischenfall «eine Sache, mit der man rechnen muss». Das Kühlwasser sei in ein Auffangbecken geströmt, das für solche Fälle vorgesehen sei.

Tschechiens Ministerpräsident Vladimir Spidla sagte, in einem bilateralen Abkommen mit Österreich habe sich Prag zu Informationen über Störungen in Temelin innerhalb von 72 Stunden verpflichtet. «Wir haben die Behörden nach 25 Stunden unterrichtet, sind also weit unter dieser Grenze geblieben», betonte der Sozialdemokrat. Nach dem Zwischenfall hatten das benachbarte Österreich und Bayern detaillierte Untersuchungen gefordert.

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