EU-Kommission senkt Wachstumsprognose für zweite Jahreshälfte
Euro-Zone zwischen Hoffen und Bangen

Die Lage ist schlecht, aber nicht hoffnungslos. Von einem raschen Aufschwung scheint die Wirtschaft in der Euro-Zone derzeit weit entfernt - von einem Absturz in die Rezession allerdings ebenfalls. Immerhin dürfte die moderate Konjunktur-Erholung in der Euro-Zone in den kommenden Monaten anhalten. Dafür spricht der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator, der sich im Oktober erneut leicht verbessert hat. Das Konjunktur-Barometer ist damit den achten Monat in Folge gestiegen.

HB DÜSSELDORF. Allerdings: "Die weitere Konjunkturentwicklung in der Euro-Zone ist unsicher wie nie zuvor", warnt Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Uni Münster, der den Indikator berechnet. "Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die durch schwer kalkulierbare Risiken und stark eingeschränkte Aussagekraft gängiger Erklärungsfaktoren gekennzeichnet ist." Die größten Gefahrenquellen: Der Irak-Krieg und die massiven Kursverluste an den Aktienmärkten - beides lastet auf der Stimmung von Verbrauchern und Unternehmern.

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle gibt sich für die Euro-Zone gleichwohl zuversichtlich: "Im weiteren Verlauf des Jahres und vor allem im kommenden Jahr wird sich der Aufschwung fortsetzen." Für das laufende Jahr rechnet das Institut im Euro-Raum mit einem Wachstum von 0,9 % - 2003 sollen es dann 2,2 % werden. Die Prognose wurde zusammen mit acht internationalen Forschungsinstituten im Rahmen des European Forecasting Networks erstellt.

Die EU-Kommission hat ihre Prognose zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone für das dritte und vierte Quartal dagegen leicht nach unten korrigiert. Sie geht jetzt für beide Perioden von einem moderaten Wachstum zwischen 0,2 bis 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal aus. Anfang September hatte sie noch 0,3 bis 0,6 % erwartet. Die Kommission begründet die Revision mit dem abnehmenden privaten Verbrauch und der nachlassenden Auslandsnachfrage in den vergangenen Monaten.

Im zweiten Quartal war das Wachstum in der Euro-Zone etwas höher als zunächst gemeldet: Gegenüber dem ersten Vierteljahr stieg das BIP um 0,4 %, meldete gestern das europäische Statistikamt Eurostat. Anfang September hatte es ein Wachstum von nur 0,3 % gemeldet. Nach den neuen Zahlen war das Wachstum im zweiten Quartal hier zu Lande höher als in den USA. Dort lag das Plus nur bei 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das BIP zwischen April und Juni in der Euro-Zone mit 0,7 % ebenfalls 0,1 Prozentpunkte schneller als bislang gemeldet. Hier liegen die USA aber mit 2,2 % vorn.

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