EU-Kommission sieht Wettbewerb weiter gesichert
Grünes Licht für Sportrechteagentur mit RTL und Canal+

Der französische Pay-TV-Sender Canal+ und die Luxemburger RTL-Gruppe dürfen zusammen die französische Sportrechteagentur Groupe Jean-Claude Darmon (GJCD) übernehmen. Bedeutende Wettbewerbsprobleme für den Handel mit TV-Übertragungsrechten für Sportveranstaltungen seien durch den Zusammenschluss nicht zu erwarten, begründete die EU-Kommission ihre am Dienstagabend erteilte Genehmigung.

afp BRÜSSEL. Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird vor allem mit Fernseh-Rechten für Sportereignisse handeln und Marketingleistungen für Sportveranstaltungen (vor allem Fußball) anbieten.

Es handelt sich um die erste Fusion auf dem Markt für Sportrechte, die in Brüssel zur Genehmigung vorgelegt wurde. Bei der Prüfung ging die Behörde vor allem der Frage nach, inwieweit es durch den Zusammenschluss zu horizontalen Überschneidungen auf dem Markt für Kauf und Weiterverkauf von Übertragungsrechten jährlich stattfindender Fußball-Wettbewerbe kommt. Betroffen sind dabei nach Feststellung der Kommission aber lediglich die Qualifikationsrunden der Champions League und des UEFA-Pokals. In Frankreich, wo sich der Zusammenschluss am stärksten bemerkbar machen werde, beschränkten sich die Überschneidungen auf weniger als zehn Prozent des Marktwerts und lediglich vier bis fünf Prozent der Qualifikationsspiele für Champions League und UEFA-Pokal.

Bei den Rechten für die viel attraktiveren Hauptrunden der beiden UEFA-Vereinswettbewerbe und die nationalen Liga- und Pokalwettbewerbe hat die Kommission keine Überschneidungen festgestellt. Die Märkte für den Handel mit Übertragungsrechten für Veranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft und-Europameisterschaft würden von der Fusion nicht betroffen. Auch für die nachgelagerten Märkte für Fernsehübertragungsrechte erwartet die Kommission von dem Zusammenschluss keine negativen Auswirkungen. Die Stellung von Canal+ auf den Pay-TV-Märkten in mehreren EU-Staaten und die Präsenz von RTL auf dem Markt für frei empfangbare Fernsehsender würden wegen starker Konkurrenz nicht gestärkt. Angeführt wurden hierbei von der Kommission andere europäische Sportrechtehändler wie TEAM, KirchMedia und die EBU, eine Vereinigung europäischer Rundfunkanstalten mit frei empfangbaren Fernsehprogrammen.

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