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EU-Kommission uneins über gentechnisch verschmutztes Saatgut

Eine erste Regelung für Grenzwerte von gentechnisch verschmutztem Saatgut in der Europäischen Union ist zunächst vom Tisch. Die EU-Kommission verschob am Mittwoch einen Beschluss zu dem Vorschlag von Umweltkommissarin Margot Wallström.

dpa BRÜSSEL/BERLIN. Eine erste Regelung für Grenzwerte von gentechnisch verschmutztem Saatgut in der Europäischen Union ist zunächst vom Tisch. Die EU-Kommission verschob am Mittwoch einen Beschluss zu dem Vorschlag von Umweltkommissarin Margot Wallström.

"Die Zeit für eine Entscheidung ist noch nicht reif", sagte Chefsprecher Reijo Kemppinen am Mittwoch in Brüssel. Es müssten mehr Informationen über finanzielle Auswirkungen für die Industrie und die Landwirtschaft zusammengetragen werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast sagte dazu in Berlin: "Somit gilt in Deutschland weiter die Nachweisgrenze als Schwellenwert." Sollten sich in Saatgut gentechnisch veränderte Organismen finden, müsse es gekennzeichnet oder vernichtet werden. Die Nachweisgrenze liegt bei 0,1 %.

Wallström wollte Mais- und Rapssaat als "gentechnisch verändert" kennzeichnen lassen, wenn bei 0,3 % der angebotenen Saaten entsprechende Veränderungen nachgewiesen werden. Die Verschmutzung passiert ganz natürlich, da Pollen genveränderter Pflanzen durch den Wind auf Äcker mit konventionellen Landbau geweht werden.

Wie Kemppinen weiter sagte, gab unter den Kommissaren verschiedene Sichtweise über die Höhe des Richtwertes. Er hielt es für wenig wahrscheinlich, dass die Ende Oktober aus dem Amt scheidende Kommission das Dossier noch verabschieden könne.

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