EU-Kommission: Verschärfte Berufsaufsicht für Wirtschaftsprüfer gefordert

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EU-Kommission: Verschärfte Berufsaufsicht für Wirtschaftsprüfer gefordert

Die Europäische Kommission will in Reaktion auf die Bilanzskandale die Berufsaufsicht für ...

Die Europäische Kommission will in Reaktion auf die Bilanzskandale die Berufsaufsicht für Abschlussprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften deutlich verschärfen, so eine Meldung der Börsen-Zeitung vom 7. 2. 2004 In einem Richtlinienentwurf fordert die Kommission die Einrichtung effizienter Aufsichtsstrukturen in den einzelnen Mitgliedstaaten, die von der Branche unabhängig sind. Die Richtlinie soll im März verabschiedet werden. Das Ziel der Aufseher sei es, die Einhaltung der Prüfungsstandards sicherzustellen sowie die interne Qualitätskontrolle der Prüfer zu überwachen. Bei Unregelmäßigkeiten sollen sie zudem das Recht erhalten, Untersuchungen vor Ort durchführen und Sanktionen verhängen zu können. Diese können ungeachtet von Schadenersatzforderungen und Strafrechtsverfahren auch ein Berufsverbot umfassen. Die Mitgliedstaaten müssen zudem Sorge dafür tragen, dass der Informationsaustausch zwischen den nationalen Aufsichtsgremien funktioniert und bei Untersuchungen grenzüberschreitend Amtshilfe geleistet wird. Um zudem zu einer europäisch einheitlichen Anwendung der Aufsichtsstandards zu kommen, will die Kommission einen neuen EU-Regulierungsausschuss für Wirtschaftsprüfer einsetzen. Dieser soll unter Vorsitz der Brüsseler Behörde im beschleunigten EU-Gesetzgebungsverfahren für die Finanzmarktgesetzgebung (Lamfalussy-Prozess) Durchführungsbestimmungen erlassen können. Außerdem sollen ausländische Audit-Gesellschaften, die börsennotierte Unternehmen in Europa prüfen, einer zwingenden Registrierungspflicht in Europa unterworfen werden. Ausnahmeregelungen soll es nur geben, wenn die Aufsichtsstandards zwischen EU und Drittstaat gegenseitig anerkannt und hinsichtlich Qualitätsstandards und Sanktionen gleichwertig sind. Die EU-Staaten wehren sich seit langem vehement gegen die im Zuge des Sarbanes-Oxley-Gesetzes drohende Registrierungspflicht der europäischen Abschlussprüfer in den Vereinigten Staaten. Diese sieht neben Inspektionen und Einblick in vertrauliche Unterlagen auch Sanktionen der Prüfer durch die US-Aufsicht PCAOB vor.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 20.02.2004

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