EU-Kompromiss in Sicht
Reiseerleichterungen für Europas Haustiere

Dackel "Waldi" und Siamkatze "Mimi" können auf problemlosere Urlaubsreisen in Europa hoffen. Beim Treffen der EU-Agrarminister am Montag in Luxemburg gab es eine große Mehrheit dafür, die tierärztlichen Bestimmungen für grenzüberschreitende Reisen mit Haustieren anzugleichen und zu erleichtern.

dpa LUXEMBURG. "Viele Menschen haben Hunde und Katzen und wollen mit ihnen unbürokratisch in den Urlaub fahren", sagte die deutsche Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne). Abgestimmt wird auf Wunsch der britischen Delegation aber erst bei einem erneuten Treffen des Agrarrates im Juni.

Nach monatelangem Ringen erklärten sich die Tollwut freien Mitgliedsländer Schweden und Irland bereit, ihre sehr strengen "Einreisebestimmungen" für Herrchens oder Frauchens Liebling zu lockern. Im Vereinigten Königreich wolle sich aber das Parlament nochmals zu der dort sensiblen Frage äußern, hieß es aus Delegationskreisen.

Der in Luxemburg vorgelegte Kompromiss sieht vor, dass sich diese drei Länder nach einer mehrjährigen Übergangsphase mit einer herkömmlichen Impfbescheinigung vom Tierarzt zufrieden geben und nicht wie jetzt zusätzlich aufwendige und langwierige Labortests fordern. Auf dem europäischen Kontinent ist schon jetzt lediglich ein Impfpass ausreichend.

"Haustiere sollen kein Hinderungsgrund mehr für den Urlaub sein", hieß es von deutscher Seite. Das werden besonders die reiselustigen Tierbesitzer zwischen Flensburg und Passau gerne hören. Denn nach Angaben des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands leben 6,8 Millionen Katzen und 5 Millionen Hunde in bundesrepublikanischen Haushalten.

Nach dem in Luxemburg diskutierten Kompromiss, dem neben dem EU- Agrarrat auch das Europäische Parlament zustimmen muss, können deutsche Touristen dann einfacher ihre Hunde mit in das schwedische Ferienhaus oder zum Wochenendausflug nach London nehmen. Dies wäre aber frühestens ab dem Jahr 2007 der Fall.

Um die Übertragung der auch für den Menschen gefährlichen Tollwut zu vermeiden, sollen Hunde und Katzen außerdem generell unverwechselbar gekennzeichnet werden. Dies kann mit einer Tätowierung geschehen oder auch mittels eines Mikrochips. Nach acht Jahren soll dann untersucht werden, ob beide Systeme in der Europäischen Union weiter zugelassen werden können oder etwa nur noch die elektronische Kennzeichnung gilt. Gleichzeitig sollen zukünftig die Gesundheitskontrollen bei Hunden und Katzen aus Nicht-EU-Ländern, in denen die Tollwut noch verbreitet ist, verstärkt werden. Großbritannien, Irland und Schweden könnten für Tiere aus diesen Ländern weiterhin eine Quarantäne vorschreiben.

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