EU kritisiert zentralen Erdgasverkauf
Statoil vor Börsengang zweifach überzeichnet

dpa-afx/vwd OSLO. Die Aktien der Statoil sind vor dem Börsengang bereits zweifach überzeichnet. Das teilte das norwegische Energieministerium am Mittwoch in Oslo mit. Dies betreffe aber nur Zeichnungen in der Preisspanne zwischen 66 und 76 Norwegischen Kronen je Aktie. Die Zeichnungsfrist endet am kommenden Freitag.

Unterdessen hat EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti die norwegischen Erdgaslieferanten Statoil ASA und Norsk Hydro ASA aufgefordert, ihre zentrale Gas-Vermarktung über die Gassforhandlingsutvalget (GFU) endgültig einzustellen. Dieser Ausschuss, dem beide Unternehmen als einzige angehören, handelt seit 1998 im Namen aller norwegischen Erdgaslieferanten sämtliche Verkaufsverträge aus. Damit setze die GFU die Preise und Mengen fest und dies verstoße gegen die EU-Regeln, kritisieren die EU-Wettbewerbshüter, die seit 1996 in der Sache ermitteln.

Die norwegische Regierung habe zwar angekündigt, den zentralen Erdgasverkauf ab dem 1. Juni unterbinden zu wollen, so die Kommission am Mittwoch, doch sei dies noch nicht endgültig geschehen. Das norwegische Parlament wird nach früheren Angaben aus Oslo erst im Herbst über diesen Beschluss entscheiden. Stimmt es zu, soll die Tätigkeit der GFU ab dem 1. Januar 2002 eingestellt werden. Die norwegische Vermarktungspraxis steht im Gegensatz zu der Liberalisierung dieses Marktes in der EU. Die Kommission drängt auch darauf, dass die Wettbewerbseinschränkungen in den von der GFU ausgehandelten Lieferverträgen beseitigt werden.

Die Norweger hätten mit europäischen Gasgesellschaften etliche langfristige Verträge abgeschlossen, durch die die Auswirkung der zentralen Vermarktung noch für mehrere Jahre spürbar sein werde, heißt es. Die Behörde schließt nicht aus, weitere Beschwerdebriefe an andere norwegische Erdgasunternehmen zu schicken.

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