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EU-Nahostbeauftragter: Israelischer Sperrzaun erfüllt Zweck

Der EU-Nahostbeauftragte Marc Otte hat eingeräumt, dass die umstrittene israelische Sicherheitsanlage palästinensische Extremisten davon abhält, Selbstmordattentate in Israel zu verüben.

dpa HAMBURG/GAZA/TEL AVIV. Der EU-Nahostbeauftragte Marc Otte hat eingeräumt, dass die umstrittene israelische Sicherheitsanlage palästinensische Extremisten davon abhält, Selbstmordattentate in Israel zu verüben.

"Die Barriere hat die Zahl der Anschläge drastisch gesenkt", sagte der belgische Diplomat in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). Der Diplomat ist der erste hochrangige EU-Vertreter, der offen sagt, dass die Sperranlage zum Westjordanland ihren Sicherheitszweck erfüllt.

Otte kritisierte zudem die Palästinenserführung, da sie nicht entschieden genug gegen Hamas-Kämpfer vorgehe, die israelische Ortschaften mit Raketen beschießen. "Die Palästinenser wussten sehr gut, dass sie mit ihren Attacken, die zwei Kleinkinder töteten, eine rote Linie überschritten haben." Die palästinensische Führung habe lange überhaupt nicht auf die ständigen Raketenangriffe reagiert.

Mehrere arabische Länder haben unterdessen Kontakt zur radikal-islamischen Hamas-Organisation aufgenommen, um Aufklärung über deren Raketen-Attacken auf Israel zu bekommen, sagte ein Hamas-Sprecher in der Stadt Gaza. Die Organisation habe aber bekräftigt, dass sie die Angriff als legitimes Mittel im Kampf gegen "zionistische Verbrechen" betrachte.

Israelische Soldaten töteten bei ihrem Großeinsatz gegen Raketenangriffe im Gazastreifen am Donnerstag fünf Palästinenser. Unter den Opfern der israelischen Offensive waren zwei etwa zwölf Jahre alte Jungen, die auf dem Schulweg von einer Panzergranate getroffen worden seien, teilten Augenzeugen und ein palästinensisches Krankenhaus mit. Auch am neunten Tag der israelischen Offensive feuerten Palästinenser wieder Raketen auf die Kleinstadt Sderot. Dabei gab es keine Verletzten.

Der palästinensische Sicherheitsexperte Mohammed Dachlan warnte, die Offensive im Norden des Gazastreifens werde Israel keine Sicherheit bringen, weil es sich um einen "Vergeltungseinsatz" handele. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon wolle den Gazastreifen vor dem angekündigten Abzug Israels zerstören, sagte Dachlan.

Zwei Palästinenser starben bei einer Schießerei mit einer Armeepatrouille in Chan Junis im Süden des Gazastreifens. Das Armeehauptquartier in Tel Aviv teilte zudem mit, die Luftwaffe habe bei Bet Lahia Palästinenser angegriffen, die eine Kassam-Rakete auf Israel schießen wollten. Nach palästinensischen Angaben flüchteten die Männer. Ein 17-jähriger sei am Donnerstag aber seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Raketenangriff vor einigen Tagen erlitten hatte.

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