EU-Osterweiterung im Blick
Hochtief schöpft Hoffnung

Der Baukonzern Hochtief blickt angesichts einer guten Auftragslage vor allem in Deutschland wieder optimistischer in die Zukunft.

Reuters PRAG. Im nächsten Jahr werde die Bauleistung voraussichtlich steigen, sagte Vorstandschef Hans-Peter Keitel am Donnerstag in Prag. Aktuell seien bereits 65 Prozent der anvisierten Bauleistung "in den Büchern". Üblicherweise sei man um diese Jahreszeit erst bei 46 Prozent.

Hochtief hatte zuvor für die ersten neun Monate 2002 eine deutliche Erhöhung des Betriebsergebnisses und damit die Rückkehr in die Gewinnzone bei zugleich leicht rückläufiger Bauleistung bekannt gegeben. Für das Gesamtjahr 2002 bleibt Deutschlands größter Baukonzern bei seiner Prognose eines leicht über dem Vorjahr liegenden Ergebnisses.

Mittelfristig verspricht sich Keitel auch von der EU-Osterweiterung zusätzliches Geschäft. "Wir wollen von der Osterweiterung profitieren", sagte er. Die tschechische Tochter Hochtief VSB hofft ab 2004 vor allem auf Impulse aus dem Straßen- und Schienenwegebau. VSB soll ab Januar 2003 zusammen mit der polnischen Tochter dem bislang vor allem auf das deutsche Geschäft konzentrierten Geschäftsfeld "Construction" untergeordnet werden.

Die Frage der künftigen Eigentümer ist bei Hochtief nach wie vor offen. Angesichts der schlechten Börsenverfassung sei man sich mit dem Mehrheitsgesellschafter RWE einig, dass eine kurzfristige Trennung eher unwahrscheinlich sei. RWE hatte am Vortag erklärt, es sei fraglich, ob die geplanten Veräußerungen von Nicht-Kerngeschäften - dazu zählt auch die Hochtief-Beteiligung von rund 57 Prozent - noch wie geplant bis Ende 2003 realistisch sei. Nach Aussage von Hochtief-Chef Keitel wird inzwischen der Verkauf an einen Dritten als unwahrscheinlich beurteilt. "Im Moment ist eine Partnerlösung nicht in Sicht", sagte Keitel.

Massive Kritik übte Keitel an den jüngsten Steuerplänen der Bundesregierung. Sollte tatsächlich die Möglichkeit abgeschafft werden, in Konzernen Gewinne mit Verlusten zu verrechnen, würde dies "die Existenz unseres Inlandsgeschäfts in Frage stellen". Auch seien Projekte wie der Bau des Berliner Flughafens Schönefeld unter Umständen nicht mehr wirtschaftlich.

Für 2003 erwartet Keitel einen weiteren Rückgang im Hochbau, vor allem wegen der Investitionszurückhaltung der Industrie. Einen deutlichen Zuwachs dürfte der Tiefbau verzeichnen, weil die Regierung ein großes Straßenbauprogramm angekündigt hat.

In den ersten neun Monaten verbesserte Hochtief sein Betriebsergebnis auf 164 Millionen Euro von minus 13 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Bauleistung nahm in dieser Zeit auf 9,5 (9,8) Milliarden Euro ab. In Deutschland wurden weiter rote Zahlen geschrieben, dort soll aber im kommenden Jahr die Gewinnschwelle erreicht werden.

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