Eu-Prognose
Wachstum in Euro-Zone nur noch bei einem Prozent

Auch ein Jahr nach den Terroranschlägen in den USA stottert der europäische Konjunkturmotor noch. Nach der jüngsten Vorhersage der EU-Kommission dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Euroland im 3. und 4. Quartal lediglich um 0,3 bis 0,6 % über dem Niveau des jeweiligen Vorquartals liegen.

Hb/dpa BRÜSSEL. Diese Zahlen veröffentlichte die Brüsseler Behörde am Freitag wenige Stunden vor Beginn des EU-Finanzministertreffens in Kopenhagen. Noch im Juli hatte die Kommission für das 3. Quartal ein BIP-Wachstum von bis zu 1,0 % prognostiziert. Nach der Korrektur wird die Frühjahrsprognose von 1,4 % Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2002 deutlich verfehlt werden.

Ein Sprecher von EU-Währungskommissar Pedro Solbes unterstrich, die erhoffte Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik verzögere sich. Zu Spekulationen, die neue Wachstumsprognose der Kommission für 2002 werde bei rund 1,0 % liegen, wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er dementierte die Zahl aber auch nicht.

Bereits das 2.Quartal war gemessen an früheren Erwartungen enttäuschend ausgefallen. Das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg errechnete für Euroland ein BIP-Wachstum von lediglich 0,3 % gegenüber dem Zeitraum Januar bis März. Im 1. Quartal hatte das BIP mit 0,4 % noch geringfügig stärker zugelegt. Deutschland lag mit einem BIP-Zuwachs von 0,3 % gegenüber dem ersten Quartal genau im Schnitt der Eurozone.

Der Sprecher von Solbes sagte in Kopenhagen, die Flut geschädigten Länder Österreich und Deutschland hätten zugesagt, trotz der enormen Schäden infolge der Katastrophen nicht von den Verpflichtungen des Stabilitätspaktes abzurücken. Er verwies aber gleichzeitig auf frühere Äußerungen von Solbes, der Verständnis für den enormen Kraftakt geäußert hatte.

Solbes wollte am Freitagabend die Minister auf die gestiegenen Risiken für einen Aufschwung in Europa aufmerksam machen. Dazu zählt der Kommissar neben der Kriegsgefahr im Irak und den Spannungen im Nahen Osten den steigenden Ölpreis, die Turbulenzen an den Finanzmärkten sowie die wirtschaftlichen Krisen in einigen lateinamerikanischen Ländern.

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