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EU-Prospektrichtlinie auf Zielgeraden - Anleger besser informiert

Anleger können sich vom kommenden Sommer an besser über Wertpapier-Angebote ausländischer Anbieter informieren.

dpa-afx BERLIN. Anleger können sich vom kommenden Sommer an besser über Wertpapier-Angebote ausländischer Anbieter informieren. Mit Umsetzung der "EU-Prospektrichtlinie" müssen die umfangreichen Börseninformationen ausländischer und inländischer Emittenten für öffentliche Wertpapierangebote künftig auch eine verständliche Zusammenfassung in deutscher Sprache enthalten.

Nach dem am Dienstag vom Finanzministerium vorgestellten Entwurf für ein entsprechendes Umsetzungsgesetz soll mit dem "EU-Pass" auch ein einziger Börsenprospekt samt Zusammenfassung in der jeweiligen Landessprache in allen 25 Mitgliedstaaten zugelassen sein. Die bisher zersplitterte Zuständigkeit für die Prospektprüfung in Deutschland soll zudem zentralisiert und nach 2008 allein auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) übertragen werden.

EU-Vorgaben Sollen ZUM Juli 2005 Umgesetzt Sein

Mit dem neuen Wertpapierprospektgesetz sollen die EU-Vorgaben zum Juli 2005 in nationales Recht umgesetzt sein. Mit einem Prospekt sollen Anleger umfangreich über die Lage des Anbieters informiert werden. Dazu sind künftig Zusammenfassungen in "kurzer und allgemein verständlicher Sprache" nötig. "Die Zusammenfassung ist der eigentliche Vorteil für die Anleger, sagte die Parlamentarische Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks. Unternehmen profitierten von geringeren Kosten bei grenzüberschreitenden Wertpapier-Angeboten.

Durch die EU-Richtlinie sollen die unterschiedlichen Regelungen unterworfenen Börsenzulassungs- und Verkaufsprospekte europaweit harmonisiert werden. Die derzeit in den jeweiligen EU-Staaten teils sehr unterschiedlichen Offenlegungsanforderungen sollen durch einheitliche Standards ersetzt werden. Zugleich sollen Angebote in mehreren EU-Staaten auf Grundlage nur eines Prospekts möglich sein.

Dem Gesetzentwurf muss auch der Bundesrat zustimmen. Die Länder sind laut Hendricks aber "offenbar bereit", die Zuständigkeiten für die Prospektprüfung abzugeben. Diese liegt in Deutschland bisher bei den Zulassungsstellen für die Frankfurter Wertpapierbörse und die Regionalbörsen. Für den Übergangszeitraum bis Ende 2008 sind nach einer Ausschreibung noch mehrere Zulassungsstellen möglich. Die Länder hätten daran aber kein Interesse, hieß es.

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