EU-Rekordbuße belastet
BASF-Aktie unter Druck

Unter Druck hat am Mittwoch die Aktie des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF gestanden.

dpa-afx FRANKFURT. Der Titel verbilligte sich bis 10.25 Uhr um 2,48 % auf 42,14 Euro. Das Börsenbarometer Dax verlor gleichzeitig 1,73 % auf 4 971,97 Punkte.

BASF - Intraday-Chart

Die Ludwigshafener müssten nun wegen der EU-Rekordbuße höhere Rückstellungen als geplant bilden, sagten Händler. Die EU-Kommission hatte gegen die BASF und sieben weitere Chemieunternehmen wegen des Vitaminkartells ein Bußgeld in Höhe von 855,22 Mill. Euro verhängt.

"Ich kann bestätigen, dass die zusätzlichen Rückstellungen zur möglichen Begleichung des Bußgeldes aus dem Vitaminfall im vierten Quartal 2001 gebildet werden", sagte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage der "Financial Times Deutschland". Branchenkenner beziffern diese Rückstellungen auf etwa 200 Mill. Euro, schreibt die Zeitung.

Verlust kaum noch zu vermeiden

Weil der Chemiekonzern im Schlussquartal ohnehin schon Sonderaufwendungen derselben Höhe für Werksstilllegungen ausweisen wird, dürfte er einen Verlust in den letzten drei Monaten kaum mehr vermeiden können, hieß es. Der Sprecher lehnte dazu eine Stellungnahme ab, betonte aber: "Wir bleiben im Gesamtjahr ordentlich in den schwarzen Zahlen - daran halten wir fest."

BASF soll fast die gesamten 90er-Jahre lang heimlich mit Wettbewerbern Preise für künstliche Vitamine abgesprochen haben. Deswegen verhängte die Europäische Kommission vergangene Woche 296 Mill. Euro Bußgeld. Die bisherigen Rückstellungen reichen dafür nicht aus.

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