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EU: Schwächeres Wachstum in Euro-Zone erwartet

Die Wachstumsaussichten für die Euro-Zone haben sich nach den Terrorattacken in den USA und den Militärschlägen in Afghanistan weiter verschlechtert. EU-Währungskommissar Pedro Solbes rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von ein bis zwei Prozent in den zwölf Euro-Ländern.

dpa BRÜSSEL. "Es herrscht Unsicherheit", sagte Solbes am Dienstag in Brüssel. Bisher war der spanische Kommissar von einem Plus von immerhin noch knapp zwei Prozent ausgegangen.

In der EU-Kommission wird eine weitere Verringerung des Wachstumstempos im Jahresverlauf 2001 nicht ausgeschlossen. Schon im zweiten Quartal war das Wachstum in der Euro-Zone fast zum Stillstand gekommen.

Die Gefahr eine übermäßigen Preisauftriebs schätzte der Kommissar hingegen gering ein: Die Inflationsrate werde Anfang nächsten Jahres unter die Warnschwelle von zwei Prozent sinken.

Die Ereignisse vom 11. September und ihre Folgen werfen auch einen Schatten auf die Euro-Bargeldeinführung zum 1. Januar 2002. "Die Aufmerksamkeit wurde in andere Bahnen gelenkt", beklagte Solbes. Knapp drei Monate vor der Umstellung sei es aber gerade für kleinere und mittlere Unternehmen höchste Zeit, die Hausaufgaben zu machen. "Nur ein von vier dieser Unternehmen fühlt sich gut vorbereitet", sagte Solbes.

Insgesamt seien bei den Vorbereitungen in Wirtschaft und Verwaltung erhebliche Fortschritte gemacht worden. Auch die Bevölkerung sei besser informiert: "80 % der Bürger wissen, wann der Euro in Umlauf kommt." Die EU-Kommission schätzt die Gefahr von versteckten Preissteigerungen anlässlich der Euro-Umstellung als vergleichsweise gering ein. "Das Risiko ist nicht sehr groß." Solbes räumte aber ein: "Es wird ein wenig gerundet werden."

Die Brüsseler Frühjahrsprognose hatte noch auf 2,8 % Wachstum in der Euro-Zone gelautet. Im Sommer war dann von 2,0 bis 2,5 % Plus die Rede gewesen. Offiziell hat die Kommission in Brüssel noch keine neue Vorhersage gemacht.

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