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EU-Studie: Basel II entlastet Banken um 90 Mrd. Euro

Die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel II) werden die Banken in Europa in ihren ...

Die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel II) werden die Banken in Europa in ihren Eigenkapitalanforderungen entlasten. Dies könne langfristig "einen kleinen positiven Effekt" auf die Konjunktur haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Pricewaterhouse Coopers (PwC), die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde, so eine Meldung der Börsen-Zeitung vom 5. 3. 2004. Die weit verbreitete Sorge, Basel II wirke sich negativ auf die Ausleihungen an den Mittelstand aus, ist laut PwC unbegründet.
In der Studie heißt es, insbesondere mit Blick auf die Ausleihungen an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dürften die Mindestkapitalanforderungen eher sinken. Vor zwei Jahren hatte die Sorge um Kreditkürzungen an den Mittelstand aufgrund der geplanten Eigenkapitalvorschriften die Politik auf den Plan gerufen. Die Staats- und Regierungschefs hatten daher auf ihrem Treffen in Barcelona die Kommission beauftragt, die Auswirkungen von Basel II auf die europäische Wirtschaft, insbesondere für den Mittelstand, zu untersuchen. Die neuen Eigenkapitalvorschriften sollen EU-weit ab 1. 1. 2007 zur Anwendung kommen.
Für die europäische Kreditbranche dürften die neuen Mindestkapitalvorschriften zu Kapitaleinsparungen i.H.v. 90 Mrd. Euro führen. Dies entspreche auf der Gewinnseite der Institute einem Plus von jährlich 11 Mrd. Euro, heißt es in der Studie. Insgesamt kann Basel II laut PwC langfristig zu einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 0,07% führen. Prozyklische Gefahren und somit Kreditengpässe in schwachen Konjunkturphasen sieht die Studie nicht.
Laut PwC müssen Großbanken für die Umstellung auf Basel II mit Kosten von 80 Mio. bis 150 Mio. Euro rechnen. Für Institute mit einem Asset-Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro dürften sich die Kosten zwischen 30 Mio. und 60 Mio. Euro bewegen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 06.04.2004

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