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EU-Umweltagentur warnt vor Folgen des Klimawandels

Dürre, Hochwasser und Stürme bedrohen nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur (EUA) zunehmend das Leben in Europa. In ihrem neuesten Bericht zum Klimawandel warnte die Behörde am Mittwoch vor schwer wiegenden Folgen.

dpa KOPENHAGEN/BRÜSSEL. Dürre, Hochwasser und Stürme bedrohen nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur (EUA) zunehmend das Leben in Europa. In ihrem neuesten Bericht zum Klimawandel warnte die Behörde am Mittwoch vor schwer wiegenden Folgen.

"Dieser Bericht belegt mit einer Fülle von Fakten, dass die Klimaänderung bereits im Gange ist und weit reichende Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme in ganz Europa hat, häufig verbunden mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten", sagte EUA-Direktorin Jacqueline Mcglade.

"Die Hochwasserflut im Sommer 2002 und die Hitzewelle des vergangenen Jahres sind aktuelle Beispiele dafür, wie zerstörerisch extremes Wetter sein kann", erklärten die Fachleute in Kopenhagen. In Nordeuropa werde das Wetter feuchter, im Süden trockener. Das gefährde die Landwirtschaft in manchen Gebieten. Stärkere Hitzewellen würden zur tödlichen Bedrohung für ältere und gebrechliche Menschen. Gletscher würden schmelzen - "in den Schweizer Alpen werden bis 2050 vermutlich drei Viertel verschwunden sein".

EUA-Direktorin Mcglade rief die Europäer dazu auf, weiter am Abbau des Abgas-Ausstoßes zu arbeiten. "Vieles deutet darauf hin, dass die globale Erwärmung in den vergangenen 50 Jahren zum größten Teil durch den Menschen verursacht wurde, insbesondere durch die Emission von Treibhausgasen wie Kohlendioxid bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe." Die CO2-Konzentration in der unteren Atmosphäre "hat ihren höchsten Stand seit mindestens 420 000 Jahren - vielleicht sogar seit 20 Mill. Jahren - erreicht."

Der Anstieg habe sich seit 1950 beschleunigt und liege heute um 34 % über dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution vor rund 150 Jahren. "In Europa verläuft die Erwärmung schneller als im weltweiten Durchschnitt", warnten die Umweltexperten. Die Temperatur sei in den vergangenen 100 Jahren im europäischen Durchschnitt um 0,95 Grad Celsius gestiegen. In diesem Jahrhundert rechnet die EUA sogar mit einem Anstieg um zwei bis 6,5 Grad, "weil der Ausstoß von Treibhausgasen weiter zunimmt".

Als Folge der Erderwärmung sei der Meeresspiegel in Europa im vergangenen Jahrhundert um 0,8 bis drei Millimeter jährlich angestiegen. "Für dieses Jahrhundert wird mit einer zwei- bis vier Mal höheren Geschwindigkeit gerechnet." Kalte Winter könnten bis zum Jahr 2080 fast völlig verschwinden und heiße Sommer, Dürren und Perioden mit schweren Regenfällen an Häufigkeit zunehmen. Bereits die Flut im August 2002 habe 80 Menschen in elf Ländern das Leben gekostet und Sachschäden von wenigstens 12,5 Mrd. ? verursacht.

Die Klimaänderung scheine aber auch positive Auswirkungen zu haben, fügten die EU-Fachleute hinzu. Wenn es den Landwirten gelinge, sich dem Wandel anzupassen, könnten sie in Mittel- und Nordeuropa von einem begrenzten Temperaturanstieg profitieren. Die jährliche Wachstumsperiode von Pflanzen habe sich von 1962 bis 1995 um durchschnittlich zehn Tage verlängert. Die Bauern im Süden müssten aber mit Wasserknappheit rechnen. Vögel, die in Europa überwintern, hätten bei höheren Temperaturen bessere Überlebenschancen.

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