EU und NATO besorgt
Mazedonische Armee setzt Offensive fort

Die mazedonische Armee hat am Freitagmorgen ihre am Donnerstag eingeleitete Offensive gegen albanische Freischärler im Norden des Landes fortgesetzt. Augenzeugen in der Nähe der Ortschaft Vakcince berichteten von mehreren Einschlägen von Werfer-Granaten und Rauchsäulen in der Ortschaft.

rtr NAHE VAKCINCE. Die mazedonische Armee hat am Freitagmorgen ihre am Donnerstag eingeleitete Offensive gegen albanische Freischärler im Norden des Landes fortgesetzt. Augenzeugen in der Nähe der Ortschaft Vakcince berichteten von mehreren Einschlägen von Werfer-Granaten und Rauchsäulen in der Ortschaft. Am Donnerstag hatten zwei Kampfhubschrauber Raketen auf Häuser in Vakcince abgefeuert und Ziele in einem nahe gelegenen Wald angegriffen, nachdem nach Angaben der Regierung in Skopje albanische Rebellen zwei Soldaten einer Patrouille getötet und einen weiteren verschleppt hatten.

Reuters-Reporter, die sich etwa 2,5 Kilometer von Vakcince befanden, berichteten, es habe mehrere Granaten-Einschläge gegeben, dann sei in der Ortschaft Rauch aufgestiegen. Im Nachbarort Kumanovo sei eine Militärkolonne mit 150 bis 200 Angehörigen der Militärpolizei eingerückt. Der Konvoi sei von einem gepanzerten Fahrzeug begleitet worden. Dies sei als ein Indiz für die Entschlossenheit der mazedonischen Führung zu werten, die Offensive gegen die Rebellen fortzusetzen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Skopje hatte am Donnerstag den Beginn des Angriffes auf die Rebellen bestätigt. Diese hatten der Regierung zufolge am Donnerstagmorgen in der Nähe von Vakcince eine Militärpatrouille überfallen. Ein Kommandant der Rebellen-Organisation UCK hatte bestätigt, dass die Freischärler bei Vakcince das Feuer auf ein gepanzertes Fahrzeug der mazedonischen Armee eröffnet hätten. Seinen Angaben zufolge hatten die Rebellen fünf Soldaten getötet und einen Soldaten gefangen genommen. Das mazedonische Innenministeriums hatte die Bewohner von Vakcince und Umgebung vorsorglich aufgefordert, die Region zu verlassen.

Die neue Offensive hat Besorgnis bei der Europäischen Union (EU) und der NATO ausgelöst. Die EU rief die Rebellen auf, ihre Operationen in Mazedonien sofort zu beenden, die Geiseln freizulassen und sich unverzüglich zurückzuziehen. Die EU appellierte zugleich an die politischen Parteien in Mazedonien, den friedlichen Dialog mit der albanischen Minderheit im Lande weiter zu führen und die Extremisten zu isolieren.

Der Sprecher des US-Außenministeriums Richard Boucher warf der Nationalen Befreiungsarmee (UCK) vor, die Zivilbevölkerung zu bedrohen und zu gefährden. Kurz vor Ausbruch der Gefechte hatte US-Präsident George W. Bush dem mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski bei dessen Besuch in Washington versichert, er werde die Strategie eines politischen Dialogs unterstützen.

NATO-Generalsekretär George Robertson zeigte sich besorgt, dass die erneuten Kämpfe in eine Spirale der Gewalt und möglicherweise in einen neuen Bürgerkrieg führen könnten. Die internationale Gemeinschaft müsse alles tun, dies zu verhindern.

Vakcince liegt nordöstlich der Hauptstadt Skopje auf einer Straße, die in das Grenzgebiet zur südserbischen Provinz Kosovo führt. In dieser Region leben Minderheiten der Serben und Mazedonier albanischer Abstammung. Etwa ein Drittel der mazedonischen Bevölkerung ist albanischstämmig. Im Februar war es erstmals zu schweren Gefechten zwischen Soldaten und albanischen Rebellen gekommen. Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für die Gleichberechtigung der albanischen Minderheit. Die mazedonische Regierung wirft ihnen vor, aus dem mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo eingedrungen zu sein und separatistische Ziele zu verfolgen.

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