EU-weit könnten mehr als 1 Million Tiere geschlachtet werden
Schlachtprogramm startet nächste Woche

Da die Verbraucher wieder angefangen haben Rindfleisch zu kaufen, werden wahrscheinlich weniger Kühe als geplant getötet werden müssen. Die Verbraucherschutzministerin Renate Künast spricht von bis zu 100 000 Tieren bis Ende April. Mit dem EU-Schlachtprogramm soll der Preisverfall von Rindfleisch aufgehalten werden.

dpa-afx BRÜSSEL. Deutschland wird in der kommenden Woche das umstrittene Schlachtprogramm zur Entlastung des zusammengebrochenen Rindfleischmarktes starten. Das sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast am Montag in Brüssel beim Treffen der EU-Agrarminister. "Ich hoffe, dass wir weniger als 400 000 Tiere töten." Von dieser Zahl war die Ministerin, die sich bis zuletzt gegen die Maßnahme gewehrt hatte, in den vergangenen Wochen ausgegangen. Allerdings zeichne sich eine leichte Marktentspannung ab, sagten Künast und auch EU-Agrarkommissar Franz Fischler übereinstimmend.

Bis Ende April wird nach den Worten der Ministerin das Fleisch, wie im ursprünglichen EU-Schlachtprogramm vorgesehen, vernichtet. Theoretisch könnten in diesem Zeitraum bis zu 100 000 über 30 Monate alte Rinder geschlachtet werden, sagte Künast. Anschließend werde diese Maßnahme in Deutschland nahtlos in ein Ankaufprogramm übergehen.

Mit dem neuen Schlachtprogramm zur Stabilisierung des Rindfleischmarktes kann in der Union bereits am 1. April begonnen werden. Die neue "Sonderankauf-Regelung", in deren Rahmen EU-weit mehr als eine Million ältere Tiere geschlachtet werden könnten, soll das jetzige EU-Ankaufprogramm "zur unschädlichen Beseitigung" ersetzen. Es hatte vor dem Hintergrund der BSE-Krise Anfang des Jahres begonnen und läuft Ende Juni aus. Bislang wurden dabei nach Angaben der EU-Kommission etwa 200 000 Tiere getötet.

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