EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie
Deutsche Börse contra Investmentbanken

In den Streit um die Regulierung des außerbörslichen Wertpapierhandels in der EU hat sich nun auch die Deutsche Börse eingeschaltet. Wenn Investmentbanken systematisch intern mit Wertpapieren handeln würden, müssten sie diese Geschäfte schon vor der

rut BRÜSSEL. In den Streit um die Regulierung des außerbörslichen Wertpapierhandels in der EU hat sich nun auch die Deutsche Börse eingeschaltet. Wenn Investmentbanken systematisch intern mit Wertpapieren handeln würden, müssten sie diese Geschäfte schon vor der Abwicklung offen legen, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Börse für den Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. "Pre-Trade- Transparenz bei systematischer Internalisierung in außerbörslichen Systemen ist die Voraussetzung, um Marktintegrität und Anlegerschutz sicherzustellen", heißt es in der Stellungnahme, die von mehreren mittelständischen Banken, Versicherungen und Börsen unterzeichnet ist.

p>Mit dem Positionspapier wollen die Unterzeichner Einfluss nehmen auf die EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie, die derzeit in Brüssel in Arbeit ist. Der Entwurf der Richtlinie enthält strikte Offenlegungsvorschriften für den außerbörslichen Wertpapierhandel. Angelsächsische Investmentbanken und die Deutsche Bank, die am internen Wertpapierhandel verdienen wollen, lehnen diese strikte Vorschrift ab. Im EU-Parlament haben die Investmentbanken die britische Abgeordnete Theresa Villiers bereits auf ihre Seite gezogen.



Für den Verbleib der Vorschrift in der Richtlinie kämpfen die mittelständische Kreditwirtschaft und die europäischen Börsen. Sie befürchten, durch den außerbörslichen Wertpapierhandel Marktanteile an die Investmentbanken zu verlieren. Deshalb wollen sie bankintern abgewickelte Wertpapiergeschäfte möglichst streng regulieren. Die Bundesregierung hat sich in dem Streit zunächst gegen die Investmentbanken gestellt, könnte ihre Position im Laufe der Brüsseler Beratungen aber noch ändern.

Die Deutsche Börse fordert zudem eine zusätzliche Regulierung der so genannten Limit Orders, die für Kauf- und Verkauf Preisgrenzen setzen. Wenn solche Limit Orders bankintern nicht sofort ausgeführt werden könnten, müsse die jeweilige Investmentbank diese Order an einen Regulierten Markt weiterleiten. Wenn die Banken den Börsen diese Orders vorenthalten würden, werde dem Markt in erheblichem Maße Liquidität entzogen, warnt die Deutsche Börse.

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