EU will das Abkommen 2002 ratifiziert haben
Uno-Konferenz einigt sich auf Klimaschutzziele

Die Uno-Klimakonferenz in Marokko hat sich auf die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Kyoto verständigt. "Wir haben eine Vereinbarung", sagte der britische Umweltminister Michael Meacher am Samstagmorgen nach stundenlangen Detail-Verhandlungen in Marrakesch. Die Umweltorganisation Greenpeace rief alle Staaten auf, das Abkommen schnell zu ratifizieren.

Reuters MARRAKESCH. Bundesumweltminister Jürgen Trittin sagte: "Mit den in Marrakesch erzielten Ergebnissen sind nunmehr die letzten Hindernisse, die einer Ratifizierung des Kyoto-Protokolls entgegen standen, ausgeräumt." Russland, das wie Japan, Kanada und Australien bis zuletzt Vorbehalte hatte, erklärte, das Abkommen ratifizieren zu wollen.

Das Abkommen kann erst in Kraft treten, wenn den Vertrag mindestens 55 Staaten ratifiziert haben, die zusammen für 55 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. In dem 1997 in Japan verabschiedeten Klima-Abkommen haben sich die Industriestaaten verpflichtet, bis 2012 den Ausstoß von Treibhausgasen um 5,2 % unter den Stand von 1990 zu senken. Die Treibhausgase werden für die Erderwärmung verantwortlich gemacht.

Meacher sagte nach der Nachtsitzung in Marrakesch: "Das ist ein bemerkenswerte Tag für die Umwelt nach vier Jahren Verhandlungen über Kyoto." Der russische Delegationsleiter Alexander Bedrizki sagte auf der Abschlusssitzung, die gefundene Vereinbarung ebne den Weg zur Ratifizierung durch alle Länder, "einschließlich der russischen Föderation". Für die Europäische Union (EU) erklärte der belgische Energieminister Olivier Deleuze: "Wir sind ganz zuversichtlich, dass das (Kyoto)-Protokoll gesichert ist. Der Kyoto-Prozess ist jetzt unumkehrbar."

Beim Klimagipfel im Sommer in Bonn war Russland, Japan und Kanada eingeräumt worden, Wälder und landwirtschaftliche Flächen teilweise anzurechnen, um ihre Reduktionsziele zu erreichen. Die Details wurden nun in Marrakesch verbindlich geregelt.

Bundsumweltminister Trittin erklärte, die im Sommer in Bonn erreichte Einigung habe sich in Marrakesch als belastungsfähig erwiesen. Er fügte hinzu: "Damit ist der Weg frei für das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls bis zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung im September kommenden Jahres in Johannesburg."

Einen schweren Rückschlag hatte das Abkommen im März durch die Absage der USA erlitten. US-Präsident George W. Bush hatte kurz nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres erklärt, dass die USA das Abkommen nicht umsetzen würden, weil es der heimischen Wirtschaft schade. Die USA sind der größte Schadstoffproduzent der Welt und waren 1990 für rund 36 % des CO2-Ausstoßes aller Industriestaaten verantwortlich.

Die EU will das Abkommen 2002 ratifiziert haben. "Ich bin sicher, dass alle Länder mit Ausnahme der USA den Vertrag ratifizieren werden", sagte Deleuze. Japans Umweltminister Yoriko Kawaguchi sagte Reuters, er halte die Übereinkunft für "ein sehr gutes Paket". In Tokio begrüßte Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi in einer Erklärung die Einigung.

Der Klimaexperte von Greenpeace, Karsten Smid, sagte: "Mit jedem Industriestaat, der jetzt unterzeichnet, rückt das Ziel (der Verringerung der Treibhausgase) näher." Das Klima könne nur wirksam geschützt werden, wenn die Industriestaaten ihre Treibhausgase erheblich verringerten.

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