EU will Delegation in die Region entsenden
Treffen zwischen Arafat und Peres für Sonntag geplant

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und Israels Außenminister Schimon Peres wollen sich nach palästinensischen Angaben bei ihrem Treffen am Sonntag bemühen, die Waffenruhe in einen dauerhaften Frieden zu wandeln.

rtr JERUSALEM. Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat sagte am Samstag, am Samstagabend solle es zu Vorbereitungstreffen zwischen Peres und palästinensischen Unterhändlern kommen. Israel hatte das ursprünglich für das vergangene Wochenende geplante Treffen unter dem Eindruck der Anschläge in den USA abgesagt. Die Europäische Union (EU) will nächste Woche eine Delegation in die Region entsenden, um Möglichkeiten für eine Lösung des Nahost-Konflikts auszuloten.

Arafat hatte am Freitag die Hoffnung geäußert, Peres am Sonntag treffen zu können. Nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Ismail Cem sagte Arafat in Ramallah, er hoffe, dass Israel es sich nicht noch einmal anders überlegen werde. Zugleich brachte er die Türkei als künftigen Verhandlungsort für Treffen mit Peres ins Gespräch. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hatte erklärt, vor einem Gespräch zwischen Peres und Arafat müsse 48 Stunden lang Ruhe im Gaza-Streifen und im Westjordanland herrschen.

Scharon äußert Hoffnung auf ruhige Woche

Israel und die Palästinenser hatten am Dienstag eine Waffenruhe vereinbart, die sich in den Folgetagen als brüchig erwies. Scharons Sicherheitskabinett entschied am Freitag, dass die Waffenruhe trotz neuer Gewalt im Westjordanland nicht aufgekündigt werde. Scharon äußerte die Hoffnung, dass es in der kommenden Woche "ruhig ist, und dass es ein Treffen gibt".

Weitere Zwischenfälle gemeldet

Eine israelische Armeesprecherin teilte am Samstag mit, in der Nacht sei eine vom Gaza-Streifen aus abgefeuerte Werfergranate auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Ferner habe es ein Feuergefecht zwischen israelischen Grenzsoldaten und Palästinensers nahe Bethlehem gegeben. Bei den Zwischenfällen sei niemand verletzt worden.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, Israel habe vier Araber im Westjordanland festgenommen, die nahe dem Dorf Dschama'in Brandsätze auf ein vorbeifahrendes israelisches Auto geschleudert hätten.

Die neue Nahost-Initiative der EU sei in Zusammenarbeit mit den USA zu Stande gekommen, sagte Belgiens Ministerpräsident Guy Verhofstadt zum Abschluss des EU-Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs am Freitagabend in Brüssel. Nach den Anschlägen in New York und Washington bemühen sich die USA, auch moslemische Staaten an einer Anti-Terror-Koalition zu beteiligen. Die EU-Delegation solle unter anderem nach Syrien, in den Iran, nach Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien reisen, sagte Verhofstadt. Aufgabe der Delegation werde es sein, herauszufinden, wie eine mögliche Friedenslösung im Nahen Osten aussehen könne.

Die versammelten Staats- und Regierungschefs hätten an Israel und die palästinensische Autonomiebehörde appelliert, den Dialog wieder aufzunehmen. Außerdem solle Israel die Blockade der Palästinensergebiete aufheben, sagte Verhofstadt. Der belgische Außenminister Louis Michel, der die Delegation als EU-Ratspräsident leiten soll, sagte, die Delegation wolle ihren Gesprächspartnern auch die Position der EU im Kampf gegen den Terrorismus erläutern. Michel begleiten sollen der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana, und EU-Außenkommissar Chris Patten.

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