Euphorie unangebracht
Einkaufsmanager-Index leicht gestiegen

Die Geschäftstätigkeit in der deutschen Industrie ist einer Umfrage unter Einkaufsmanagern zufolge im November weiter zurückgegangen. Mit 43,9 (Oktober 42,0) Punkten sei der Reuters-Einkaufsmanager-Index zum Rekord-Tief des Vormonats zwar etwas gestiegen, signalisiere aber bei Werten unter 50 weiter einen spürbaren Rückgang der Geschäftsaktivität, teilte die Forschungsgruppe NTC, die den Wert zusammen mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) für Reuters ermittelt, am Montag mit.

Reuters FRANKFURT. Es wäre jedoch verfrüht anzunehmen, dass mit dem Rekordtief aus dem Oktober bereits die Talsohle erreicht worden sei. Der jüngste Indexanstieg stelle vielmehr eine exaktere Bewertung der Lage dar, nachdem die Unzernehmen wegen der Anschläge in den USa vom 11. September stark verunsichert gewesen seien.

Der sich fortsetzende Abwärtstrend des Index Neuaufträge sei durch Rückgänge im Bau- und Dienstleistungsgewerbe und durch Lagerverringerung auf Kundenseite angetrieben worden, teilte NTC weiter mit. Als Reaktion auf die zwar leicht erholte, doch weiterhin sinkende Nachfrage hätten zahlreiche Betriebe im November erneut ihre Produktion gedrosselt, wobei ein insgesamt langsameres Rückgangstempo beobachtet wurde.

Als Folge der Bemühungen zum Lagerabbau sei der Index Vormateriallager mit 42,6 Punkten auf den tiefsten Stand seit Umfragebeginn gefallen, teilten die Umfrageleiter weiter mit. Index-Werte über 50 Punkte signalisieren ein Wachstum der Indizes, Werte darunter ein Schrumpfen.

Rekordeinbußen gab es der Umfrage zufolge auch im Beschäftigten-Index, der mit saisonbereinigten 43,7 Punkten den stärksten Mitarbeiterrückgang seit Umfragebeginn markierte. Begründet hätten die Unternehmer den Personalrückgang mit Kosteneinsparungen, die auf Grund der rückläufigen Nachfrage vorgenommen werden müssten. Dabei seien Zeitarbeitskräfte zwar am stärksten von den Personaleinsparungen betroffen, doch der hohe Anpassungsdruck an den verminderten Arbeitsanfall und die Bemühungen um eine Verringerung der Gehaltskosten hätte auch zum nicht Ersetzen vieler ausscheidender Mitarbeiter geführt.

Auf den zweitniedrigsten Wert der Umfragegeschichte fiel der Index Einkaufsmengen. Dies sei sowohl Folge der Lagerreduzierungen und des sinkenden Produktionsbedarfs als auch der rückläufigen Einkaufstätigkeit und der weltweiten Preissenkungen für Öl und andere Güter (hauptsächlich Metalle), hieß es. Das Umfragetief der Exportaufträge konnte nach Angabe der Forscher im November mit einem Wert von 43,2 Punkten überwunden werden. Der anhaltende Rückgang des Index sei mit der geringen Wirtschaftstätigkeit in Westeuropa und den USA sowie der allgemein verhaltenen Stimmung auf den Weltmärkten begründet worden.

Eine abermals deutliche Verkürzung der Beschaffungszeiten signalisierte NTC und BME nach der im November auf 56,3 Punkte gefallene Index Lieferzeiten. Die Abnahme der Lieferzeiten sei mit Überkapazitäten in der Zuliefererindustie und einer geringeren Einkaufstätigkeit der deutschen Industrie begründet worden.

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