Euro 2008
Drei Schweizer Stadien mit Sicherheitsmängeln

Gut drei Wochen vor dem Auftakt der EM 2008 sind in drei von vier Schweizer Spielstätten Sicherheitsmängel aufgedeckt worden. Das ergab eine anonym durchgeführte Studie.

Mit einer anonym durchgeführten Studie sind gut drei Wochen vor dem Start der Euro 2008 (7. bis 29. Juni) Sicherheitsmängel in drei von vier Schweizer Stadien aufgedeckt worden. Die Spielstätten seien nicht optimal auf eine mögliche Massenpanik vorbereitet, hieß es. Im Auftrag der Sendung "Kassensturz" des Schweizer Fernsehens testete ein Expertenteam des Münchner Instituts Psytech während des Liga-Spielbetriebs die EM-Arenen in Bern, Zürich, Basel und Genf.

Das Ergebnis: Das Berner Stade de Suisse schnitt im Test am schlechtesten ab. Das Bewaffnungs-Risiko ist demnach hoch. Das Institut dokumentierte mit der Kamera viel unbefestigtes Gastronomie-Mobiliar vor der Fantribüne. Lediglich die Abfallcontainer waren fixiert.

Mängel auch in Zürich und Basel

Auch in Zürich und Basel fanden die Experten Mängel. Immerhin hat keines der Stadien ein abgesenktes Spielfeld oder einen Graben, was ein zusätzliches Hindernis für die Zuschauer wäre, um im Fall eines Zwischenfalls aufs Spielfeld flüchten zu können.

Die Experten konzentrierten sich in den EM-Stadien auf vier potenzielle Gefahren: das Stolper-Risiko, das Bewaffnungs-Risiko im Stadion, das Staudruck-Risiko auf der Tribüne im Panikfall und das Risiko von Engpässen und Hindernissen auf den Fluchtwegen.

Am besten schnitt im Test das Stade de Geneve in Genf ab. Positiv aufgefallen ist vor allem der schnelle Ausgang "praktisch von der Tribüne in den Verteiler ins Freie", urteilten die Experten. "Neue Stadien sind nicht per se sicherer", sagte Thomas Jäger, einer der Fachleute.

Keine Kommentare der Stadion-Betreiber

Maßnahmen, die nach Katastrophen mit vielen Toten wie in Sheffield 1989 oder in Brüssel 1985 (Heysel) getroffen wurden, wie etwa Fluchttore aufs Spielfeld, würden heute bereits nicht mehr konsequent angewendet.

Die betroffenen Stadion-Betreiber wollten sich vor der Kamera nicht äußern. Sie betonten aber, dass das Sicherheitskonzept für die Euro 2008 nicht vergleichbar sei mit dem eines Liga-Spiels.

© SID

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