Euro-2008-Sponsoring
Continental spielt bei der EM über Bande

Der Reifenhersteller Continental investiert auch im Rahmen der Euro 2008 wieder viel Geld als Fußballsponsor. Geht die Rechnung auf? Von Werbeexperten heimst das Unternehmen Lob für seinen Auftritt ein. Intern wird in dem für seine Knausrigkeit bekannten Konzern aber durchaus Kritik laut.

DÜSSELDORF. Kapitän Michael Ballack war es vorbehalten, im entscheidenden deutschen Vorrundenspiel eine ganze Fußballnation mit seinem Freistoßtreffer gegen Österreich zu erlösen. Im Anschluss an seinen Schuss jubelte er in Wien vor einer orangefarbenen Bande von Continental. Und in Hannover frohlockte das Management des Reifenherstellers ob der großen Anteilnahme der Deutschen. "Fußball nutzen wir als Kommunikationsplattform", sagt Conti-Vorstand Alan Hippe, der das Finanzressort verantwortet. "Wir wollen den Bekanntheitsgrad der Marke im Segment der Premiumreifen steigern und die Marke emotionalisieren." Einige Wettbewerber seien da weiter, räumt er ein. "Als Continental stehen wir bislang mehr für Technik und Präzision. Dazu sollen Leidenschaft und Teamwork kommen."

Fernsehzuschauer stoßen auch heute Abend im Viertelfinalspiel der Deutschen gegen Portugal in Basel nicht nur auf Bandenwerbung, sondern sehen etwa zu Beginn und am Ende der Übertragung wieder den Conti-Spot eines Stadions, das in einen Autoreifen aufgeht.

"Conti hat die Umsetzung visuell kreativ gelöst", lobt Michael Trautmann, Mitinhaber der Werbeagentur Kemper-Trautmann. "Das Engagement wirkt. Ich habe das Unternehmen als Fußballsponsor auf dem Schirm." Doch geht die Rechnung unter dem Strich auf - oder bleibt Fußball ein teurer Spaß für Conti?

Intern wird durchaus Kritik laut. Mancher Conti-Manager wünscht sich einen anderen optischen Auftritt, grundsätzlichen Skeptikern ist der Preis des Fußballs zu hoch. Studien gehen davon aus, dass auf jeden Euro, der für die Rechte als offizieller Sponsor bei Europa- und Weltmeisterschaft anfällt, drei weitere für Begleitaktionen kommen. "Der hohe Preis, sicher ein zweistelliger Millionenbetrag, ist nur gerechtfertigt, wenn ich in der Masse meinen Bekanntheitsgrad steigern und Image aufbauen will", sagt Christoph Burmann, Marketingprofessor an der Universität Bremen. Für Conti-Mann Hippe hat Fußball noch vor der Formel 1 die breiteste Medienresonanz. "Für uns ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimal", sagt er und stößt damit auf Zustimmung bei den Experten. "Fußball ist eine Plattform, mit der man relativ günstig weltweit den Bekanntheitsgrad steigern kann", sagt Werber Trautmann.

Seite 1:

Continental spielt bei der EM über Bande

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%