Euro behauptet sich weiter über Parität zum Dollar
Euro-Kurs hält sich tapfer

Der Euro hat sich am Freitag im US-Handel weiter über der Parität zum Dollar behauptet. Händlern zufolge wurde die US-Währung von einem zunehmenden Optimismus hinsichtlich der US-Wirtschaft gestützt. Zugleich bestimmten Debatten um eine möglicherweise bevorstehende Leitzinssenkung in der Euro-Zone den Devisenhandel.

Reuters NEW YORK. In New Yorker Geschäft notierte die Gemeinschaftswährung nahezu unverändert zum EZB-Referenzkurs von 1,0024 (Vortag 1,0034) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Euro zuvor mit 1,0022 Dollar auf dem gleichen Niveau wie am Donnerstag festgelegt. Am Vortag war der Euro nach der Bekanntgabe von günstiger als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten kurzzeitig unter die Parität gerutscht.

Zur japanischen Währung notierte der Dollar am Freitag nahezu unverändert zum New Yorker Vortagesschluss bei 122,61 Yen.

Der Dollar habe in den vergangenen Tagen von einem wachsenden Optimismus hinsichtlich der US-Wirtschaft profitiert, sagten Devisenexperten. "Die Zahlen, die wir aus den USA bekommen haben, sind im Vergleich zu den vergangenen Wochen besser", sagte Armin Mekelburg, Währungsstratege bei der Hypo-Vereinsbank in München. "Die jüngsten Zahlen aus der Euro-Zone waren nicht ermutigend." Gleichzeitig gebe es allerdings weiterhin Unsicherheit am Markt im Bezug auf den Irak-Konflikt, sagten Händler.

Spekulationen über eine bevorstehende Leitzinssenkung in der Euro-Zone gewannen am Freitag durch Inflationsdaten aus Deutschland und Aussagen von EZB-Vertretern neue Nahrung.

Erste Daten aus deutschen Bundesländern zeigten eine rückläufige Inflation in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Die Verbraucherpreise in Hessen und in Nordrhein-Westfalen fielen im November jeweils um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der belgische Zentralbankchef und EZB-Ratsmitglied Guy Quaden sagte, niedrigere Leitzinsen könnten den Optimismus in der Wirtschaft der Euro-Zone erhöhen. Zugleich betonte er, das aktuelle Leitzinsniveau sei aber nicht der Grund für das schwache Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone.

In der kommenden Woche werden eine Reihe von Konjunkturdaten für die Euro-Zone und die USA erwartet. Unter anderem steht die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklima-Indexes für Deutschland und des US-Wirtschaftswachstums im dritten Quartal an.

Der Schlüsselzins in der Euro-Zone ist mit 3,25 Prozent seit einem Jahr unverändert. Die Mitglieder des EZB-Rats hatten bei ihrer letzten Zinssitzung Anfang November bereits über eine Senkung diskutiert. Experten rechnen daher bereits für das nächste EZB-Ratstreffen Anfang Dezember mit einer geldpolitischen Lockerung. Zahlreiche Volkswirte erwarten eine deutliche Reduktion um 50 Basispunkte.

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