Euro-Einführung: Bankenverband wirft EU-Kommission Preisdiktat vor
Banken beharren auf hohen Gebühren für Auslandsüberweisungen

ap BERLIN. Die deutschen Banken wollen auch nach der Euro-Einführung an den hohen Preisen für Auslandsüberweisungen festhalten. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Manfred Weber, kritisierte am Donnerstag heftig den Plan der EU-Kommission, für Auslandsüberweisungen die gleichen Gebühren wie für Inlandsüberweisungen festzuschreiben: Ein solches Preisdiktat sei "ein eklatanter Eingriff in den Wettbewerb".

Die hohe Gebühr für Überweisungen ins europäische Ausland errechne sich aus den geringen Stückzahlen und den kleinen Volumina, sagte Weber. So mache der Anteil der Auslandsüberweisungen gerade mal ein Viertelprozent des gesamten Zahlungsverkehrs aus. Unterschiedliche Bankleitzahlen und Kontonummerformate in den Euro-Ländern erforderten außerdem eine Bearbeitung jedes einzelnen Formulars von Hand. Das nach der Einführung des Euro am 1. Januar entfallende Wechselkursrisiko spiele hingegen keine größere Rolle.

In Deutschland seien die Preise für Auslandszahlungen auf Grund verbesserter Abrechnungssysteme in den vergangenen beiden Jahren bereits von 24 auf elf Euro (von rund 48 auf 22 DM) gesunken, betonte der Geschäftsführer. Bei Inlandsüberweisungen läge Deutschland mit Gebühren von null bis zu einem Euro am unteren Ende der Preisskala. Durch die Verordnung der EU-Kommission würden Länder begünstigt, in denen die Preise für Inlandszahlungen höher lägen.

Weber drohte an, "dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, die wir haben", sollte die EU-Kommission sich durchsetzen. Eine Klage wollte er indes noch nicht ankündigen, da er auf die "politische Vernunft" setze. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Kommissionsvorschlag im EU-Ministerrat eine Mehrheit finden werde. Von der Politik forderte der Bankenverband zunächst eine Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zahlungsverkehr, bevor die Gebühren weiter gesenkt werden könnten. Die Banken ihrerseits müssten an den technischen Voraussetzungen arbeiten.

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