Euro-Einführung - noch 19 Tage
Dubiose Geschäftmacher nutzen Euro-Angst

Das Geschäft mit der Euro-Angst: Mit Annoncen wie "Retten Sie ihr Geld vor dem Euro" oder "Legen Sie Ihre gute D-Mark in bleibenden Werten an" versuchen derzeit dubiose Geschäftemacher Anleger zu ködern, wie Verbraucherschützer berichten. Angeboten werden unter anderem Immobilien im Ausland, Diamanten oder Devisentermingeschäfte. Versprochen werden regelmäßig sichere Renditen.

ap FRANKFURT/MAIN. Bereits zehntausende von Verbrauchern seien auf fragwürdige Angebote hereingefallen, so die Verbraucherschützer. So wird beispielsweise damit geworben, dass eine Investition von 20 000 bis 100 000 DM eine 100 % sichere Rendite von elf bis 13 % biete, berichtet Stiftung Warentest in ihrem "Finanztest-Special" zum Euro.

Besonders bei Angeboten aus der Schweiz sollten Anleger vorsichtig sein, warnen die Experten. Hinter den als "sachwertorientierten Anlagegeschäften" bezeichneten Angeboten verbergen sich den Angaben zufolge meist höchst zweifelhafte atypische stille Beteiligungen. Dabei werden hohe Renditen versprochen, die nach Einschätzung der Verbraucherschützer allerdings schon meist wegen der hohen Provisionen nicht realistisch seien.

Hinzu kommt ein nicht unerhebliches Risiko, denn die Anleger sind nicht nur am Gewinn, sondern auch am Verlust beteiligt. Genau hinschauen sollten Anleger auch bei Auslandsimmobilien, die als sichere Anlage in unsicheren Euro-Zeiten angepriesen werden. Auf jeden Fall sollte man sich genauestens vor Ort über das Haus oder die Wohnung informieren. Denn viele Objekte existierten gar nicht, seien fast wertlos oder stark überteuert, berichten die Verbraucherschützer.

Vorsicht bei Telefongeschäften

"Ebenso unsinnig wie verlustreich sind auch Investitionen in angeblich krisensichere Anlagediamanten", warnen die Experten von "Finanztest". Windige Firmen versprächen fantastische Wertsteigerungen. Die von Telefonverkäufern zwielichtiger Diamantenhandelshäusern angebotenen Steine seien jedoch so gut wie unverkäuflich, da es in Deutschland keinen privaten Markt für den Verkauf von Diamanten gebe. Es bleibe da meist nur der Weg zum Juwelier.



Geschäfte mit der Euro-Angst machen auch Firmen, die Devisentermingeschäfte anbieten. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer haben die Anleger bei Geschäften über Vermittlungsfirmen angesichts hoher Gebühren so gut wie keine Chance auf einen Gewinn. Generell sind Termingeschäfte hochspekulativ, das Risiko eines Verlustes ist also entsprechend groß.

Die Experten von "Finanztest" raten: "Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen Telefonverkäufer Devisentermingeschäfte in einer Fremdwährung anbieten." Grundsätzlich gilt: Vorsicht bei Geschäften, die per Telefon oder in Werbebroschüren angeboten werden. Dabei handle es sich zum Großteil um unseriöse Anbieter, warnt Petra Krüll von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Zwar erschienen Traumrenditen gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besonders reizvoll, doch sollten sich die Anleger von derartigen Versprechungen nicht blenden lassen.


______________________________________________
Informationen und Hinweise zur Euro-Einführung finden Sie im Euro-Special von Handelsblatt.com

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%