Euro-Endspurt
Dicke Luft bei den Österreichern

Erst das Lob, jetzt der Tadel: Nach den positiven Eindrücken vom Montag hat der österreichische Team-Chef Josef Hickersberger nun seine Spieler öffentlich kritisiert. Vier Tage vor dem Auftaktspiel gegen Kroatien herrscht bei Deutschlands Gruppengegner Österreich plötzlich dicke Luft.

HB STEGERSBACH/MÜNCHEN. Im Endspurt vor dem EM-Auftakt habe es Unpünktlichkeiten bei Besprechungen gegeben, zudem sei seine Mannschaft auch im Training "nicht mehr so konsequent bei der Sache", kritisierte der Teamchef am Mittwoch. Als Reaktion auf die mangelnde Disziplin vertagte Hickersberger die Torwart-Entscheidung zwischen dem früheren Lauterer Jürgen Macho und Alexander Manninger.

"Die Torhüterfrage ist derzeit unser geringstes Problem", erkannte Hickersberger, der seine für Mittwoch angekündigte Entscheidung zwischen Macho und Manninger nun erst unmittelbar vor dem Auftaktspiel treffen will. "Ich bin nicht Sklave meiner eigenen Fristen." In der Vertagung sieht Hickersberger, der sich längst auf einen Schlussmann festgelegt hat, für die Torhüter kein Problem: "Es ist oft so in einem Mannschaftssport: Wenn einer einen Fehler macht, müssen auch die anderen dafür büßen. Beide sind 100-prozentig konzentriert und bei der Sache." Der für AEK Athen spielende Macho gilt im Vergleich zu Manninger (AC Siena) als leichter Favorit auf den Torwart-Posten im EM-Team. Dritter Torhüter ist Ramadan Özcan von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim.

"Die Mannschaft ist nicht mehr so konzentriert, es ist zu Unpünktlichkeiten gekommen. Das muss sofort abgestellt werden", schlug Hickersberger bei der täglichen Pressekonferenz im EM-Quartier in Stegersbach im Burgenland Alarm. "Wir müssen uns am Riemen reißen. Es war für mich an der Zeit, die Mannschaft wachzurütteln." Noch am Montag hatte der Teamchef gesagt, die jüngsten Eindrücke seiner Mannschaft hätten ihn für das gesteckte Ziel Viertelfinale "optimistischer" gestimmt. "Wenn wir ins Viertelfinale wollen, müssen wir gegen Kroatien und Polen vier Punkte machen", erklärte Hickersberger am Montag bei der Ankunft im Hotel "Balance Resort".

Nur ein Länderspiel absolvierte Macho im vergangenen halben Jahr, nachdem er im Herbst beim 0:1 gegen England nach einem Zusammenprall mit Peter Crouch Minuten lang bewusstlos gewesen war. "Ich habe alles dafür getan, um die Nummer eins zu sein, und ich gehe davon aus, dass ich die Nummer eins sein werde", bekräftigte Macho aber vor kurzem seine Ansprüche. Doch Manninger, der am Mittwoch 31 Jahre alt wurde, machte zuletzt durch starke Leistungen in Siena auf sich aufmerksam.

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