Euro-Entwicklung ist interessant
Technische Analysten: Dax besitzt noch Korrekturpotenzial

Weiteren Korrekturbedarf sehen technische Analysten für den Dax auf Wochensicht. Durch den Bruch des seit März gültigen Aufwärtstrends habe sich die Lage eindeutig verschlechtert.

vwd FRANKFURT. Das Korrekturpotenzial reicht dabei bis in den Bereich knapp über 2 700 Punkten. So sieht Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg ein Kursziel von zunächst 2 730 Punkten. Voraussetzung für ein Anpeilen dieser Marke sei allerdings der Bruch der Unterstützungszone bei 2 801 bis 2 809 Punkten.

Zwar will Siegert nicht völlig ausschließen, dass der Dax sich noch einmal aufrafft; doch müsste dafür die Marke bei 2 960 auf Schlusskursbasis überwunden werden. Allerdings schätzt der technische Analyst diese Möglichkeit eher als gering ein und favorisiert eine weitere Abschwächung. Ein erneuter Fall auf die März-Tiefs wird allerdings nicht befürchtet. Heinz Stork von Nols beziffert das maximale Korrekturrisiko auf 2 685 bis 2 653 Punkte, was dem Fibonacci-Retracement entsprechen würde.

"Das kurzfristige Geschehen dürfte von Konsolidierung geprägt bleiben", charakterisieren auch die Experten von Staud Research die Lage. Sollte der Dax 2 800 Punkte signifikant unterschreiten, sei die Unterstützüngszone bei 2 740 bis 2 720 erstes Ziel. Belastet werde der Dax derzeit auch von den US-Märkten, deren Lage sich deutlich verschlechtert habe. Angesichts zahlreicher Verkaufssignale auf Indikatorenseite drohe der Dow-Jones-Index auf 8 500, im Extremfall auch bis 8 300 Punkte zu fallen. Dort sollte sich die Lage allerdings stabilisieren und der übergeordnete Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Für den Nasdaq-Composite nennt Staud Research analog dazu ein Kursziel von 1 460 Punkten, macht aber keine Abstriche an der mittelfristigen Prognose von 1 950 bis 2 050.

Weniger skeptisch als seine Kollegen ist Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland-Pfalz gestimmt. "Die Chancen, in welche Richtung sich der Dax kurzfristig bewegt, stehen 50 zu 50", meint Wolter. Als entscheidend sieht er die Marke von 2 850 Punkten an. Deren Verteidigung oder Bruch bestimme die weitere Richtung des Dax. Sollte der Index die Marke halten, habe er wieder Potenzial bis in den Bereich der 200-Tage-Linie bei rund 3 000 Punkten und anschließend bis 3 150 Zähler. Im gegenteiligen Fall drohe ein Sturz bis auf 2 600 Zähler. Der Blick der Anleger sollte dabei auch dem S&P-500 gelten. Bei diesem Index liege die entscheidende, kurzfristig trendbestimmende Marke bei 920 Punkten.

Das Interesse der technischen Analysten gilt auch der Euro-Entwicklung. "Sehr überkauft" und "deutlich überhitzt" lautet dabei das einhellige Votum. Sollte die Gemeinschaftswährung unter 1,15 bis 1,16 Dollar fallen, bestehe Korrekturpotenzial bis 1,12 Dollar, merkt Siegert an. Wolter definiert 115,90 Dollar als zentrale Marke. Deren Bruch dürfte einen Rückgang bis auf 1,14 Dollar provozieren. Angesichts der überkauften Marktlage und negativer Divergenzen bei den Indikatoren sollten zumindest der Referenzkurs vom 4. Januar 1999 bei 1,1790 Dollar und das Allzeithoch bei 1,1885 Dollar kurzfristig nicht erreichbar sein, prognostizieren die Devisen-Analysten der DZ-Bank. An den langfristigen Aussichten für den Euro ändert sich daran nach Ansicht der Experten freilich nichts: Einhellig sehen sie den Euro zum Jahresende über 1,20 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%