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Euro fällt wegen schwacher Daten unter 0,86 Dollar

Ein überraschend schwaches Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich sowie neue Anzeichen für Inflationsdruck in der Euro-Zone haben den Euro am Mittwoch auf ein Halbjahres-Tief deutlich unter 0,86 $ fallen lassen.

Reuters FRANKFURT. Damit hat die die Währung seit Dienstagvormittag knapp zwei US-Cent an Wert verloren. Zum Yen fiel der Euro auf ein Fünf-Monats-Tief unter 104 Yen. Deutsche Preisdaten dämpften Händlern zufolge trotz weiter trüber Konjunkturaussichten die Hoffnungen der Anleger auf eine baldige weitere Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB). Mögliche Interventionen der EZB zu Gunsten des Euro seien am Markt kein großes Thema, obwohl sich die Währung derzeit etwa auf dem Niveau befindet, bei dem die Notenbank Ende vergangenen Jahres aktiv geworden war. Der Euro müsse für ein Eingreifen der EZB erst noch stärker fallen.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Kurs des Euro am Mittag mit 0,8585 nach 0,8707 ? am Dienstag festgelegt. Der Dollar verteuerte sich damit auf 2,278 (2,246) DM. Gegen 13.20 Uhr notierte der Euro mit 0,8586/91 ? nach einem zuvor markierten Sechs-Monats-Tief von 0,8567 ?. Damit hat die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf mehr als einen halben US-Cent abgegeben.

Erneut schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone trugen nach Händlerangaben wenig dazu bei, die am Vortag begonnene jüngste Talfahrt des Euro zu stoppen. Das deutsche Wirtschaftswachstum hat sich im ersten Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas deutlicher abgeschwächt als erwartet. Im Jahresvergleich legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1,6 % zu nach 1,9 % im letzten Quartal 2000. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg um 1,8 % vorausgesagt. Auch in Frankreich lag das Wachstum nach vorläufigen Berechnungen des nationalen Statistikinstituts im ersten Quartal mit 0,5 % zum Vorquartal unter den Expertenerwartungen von 0,7 %.

EZB lässt Leitzinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Mittwoch die Leitzinsen in der Euro-Zone erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Mindestbietungssatz beim Zinstender betrage weiter 4,50 %, teilte die EZB nach ihrer turnusmäßigen Ratssitzung in Frankfurt mit. Wegen anhaltender Inflationsgefahren in der Euro-Zone hatten Analysten nach der überraschenden Zinssenkung vom 10. Mai fast ausnahmslos mit unveränderten Leitzinsen gerechnet. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Entscheidung.

Auch den Zinskorridor für den Geldmarkt ließ die Zentralbank unverändert. Die Sätze betragen weiterhin 3,50 % für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB (Einlagenfazilität) und 5,50 % für Übernachtkredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität).

Zuletzt hatte die EZB am 10. Mai die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und die Finanzmärkte überrascht. EZB-Ratsmitglieder hatten nach der unerwarteten Senkung betont, die europäische Notenbank habe mit der Entscheidung keinen Zyklus von Zinssenkungen eingeleitet.



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