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Euro-Höhenflug ungebrochen - Nachlassende Wachstumsdynamik - WestLB

Der Höhenflug des Euro wird sich nach Einschätzung der WestLB in den kommenden Monaten fortsetzen. Auf Sicht eines halben Jahres sei eine weitere Abwertung des Dollar auf 1,40 Dollar je Euro zu erwarten, sagte Sanjit Maitra, Research-Chef der WestLB am Dienstag in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Der Höhenflug des Euro wird sich nach Einschätzung der WestLB in den kommenden Monaten fortsetzen. Auf Sicht eines halben Jahres sei eine weitere Abwertung des Dollar auf 1,40 Dollar je Euro zu erwarten, sagte Sanjit Maitra, Research-Chef der WestLB am Dienstag in Frankfurt. Die USA dürfte auch künftig nach dem bekannten Motto verfahren: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."

Ein zwischenzeitliches Überschießen der Märkte sei nicht auszuschließen, sagte Maitra. Gleichwohl sieht der Experte den Euro in zwölf Monaten wieder etwas fester bei 1,37 Dollar. Die asiatischen Notenbanken dürften an ihre Währungsreservenpolitik kaum grundlegende Änderungen vornehmen. Auch in China sei kein abrupter Wechsel zu erwarten. Das Land dürfte im Jahresverlauf aber einen "ersten vorsichtigen Schritt" zur Flexibilisierung des Wechselkurses vornehmen. China habe wohl aus der Asienkrise gelernt. Währungsflexibilität ohne ein funktionierendes Bankensystem sei nicht tragfähig.

US-Notenbank Bleibt AUF Straffungskurs

Die US-Notenbank dürfte ihren Straffungs-Kurs bis März 2005 fortsetzen und den Leitzins in stetigen Schritten auf dann 2,75 Prozent anheben. Danach dürfte der Leitzins auf diesem Niveau verharren. Im Gegensatz dazu dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsniveau von derzeit 2,00 Prozent in den kommenden zwölf Monaten beibehalten.

Das globale Wachstum werde sich im Zuge des in den USA nachlassenden geldpolitischen Impulses insgesamt abschwächen, erwartet Maitra. Das Wachstum in der Eurozone werde im kommenden Jahr mit 1,6 Prozent dabei nur etwa halb so hoch ausfallen als in den USA mit 3,2 Prozent. Im laufenden Jahr dürfte die US-Wirtschaft um 4,4 Prozent und die Eurozone um 2,1 Prozent wachsen. Der Inflationsdruck bleibe angesichts der bestehenden Beschäftigungslücke dabei insgesamt moderat. Beim Ölpreis geht die WestLB davon aus, dass der Brent-Ölpreis je Barrel im kommenden Jahr in den Bereich von hohen 30 Dollar-Notierungen zurückgehen wird.

Kursverluste AN Rentenmärkten ZU Erwarten

Trotz des ungebrochenen Höhenfluges des Euro bevorzugt Anlagestratege Gernot Müller von der WestLB weiter den US-Markt. "Die Anleger sollten nicht dem aufwertenden Euro folgen", sagte Müller. Aus fundamentaler Sicht spreche nach wie vor vieles in den kommenden zwölf Monaten für US-Anlagen. So dürften die US-Unternehmen von der Dollar-Abwertung profitieren und ihre Gewinne deutlicher steigern als in Europa.

Die Aktienmärkte seien in Relation zu den für das kommende Jahr prognostizierten Unternehmensgewinnen spürbar niedriger bewertet als Ende 2003. Wegen der Dollar-Schwäche dürften die erwarteten, tendenziell gut zweistelligen, Gewinnsteigerungen in einigen Ländern aber nicht ganz erreicht werden. Die Aktienmärkte insbesondere in den USA haben nach Einschätzung von Müller auf Jahressicht gleichwohl weiteres Kurspotenzial. Auf den meisten Rentenmärkten sei auf Jahressicht wegen des Straffungskurses in den USA hingegen mit Kursverlusten zu rechnen.

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