Euro in Fernost leichter - SARS und schwache Banken belasten
Tokios Börse schließt schwächer

Die Börse Tokio hat am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen schwächer geschlossen. Händler sagten, schwache Banken und Berichte über die Lungenkrankheit SARS hätten den Markt zum Schluss belastet.

Reuters TOKIO. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei-Index sank 0,65 Prozent oder 52,10 Zähler auf 8 017,75 Punkten. Der marktbreite Topix-Index ermässigte sich um 0,49 Prozent oder 3,88 Zähler auf 793,68.

Zunächst hätten die Berichte über den Vormarsch von US-Truppen bis auf wenige Kilometer vor Bagdad die Tokioter Börse noch stimuliert. Verluste bei Bank-Aktien sorgten dann aber dafür, dass die Kurse zum Schluss wieder gesunken seien. Die Banken waren unter Druck geraten, nachdem es hiess, die beiden stark verschuldeten Baukonzerne Kaumagai Gumi und Tobishima wollten fusionieren. Kumagai stiegen zehn und Tobishima 3,5 Prozent. Darauf wurden die Titel vom Handel ausgesetzt. Die Aktien von Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) gerieten unter Druck und verloren über sieben Prozent. Kumagai ist der zweitgrösste Schuldner von SMFG. Gemäss Medienberichten dürften SMFG und andere Banken die Kreditlinien für die Baukonzerne verlängern, um die Fusion zu erleichtern. Auch Mizuho Holdings und UFJ Holdings gaben kräftig nach.

"Der Berg an faulen Krediten, ein schwacher Ausblick für den Sektor und Abgaben von institutionellen und spekulativen Anlegern haben den Bereich unter Druck gesetzt", so ein Händler.

Auch gebe es in der japanischen Regierung Meinungsverschiedenheiten, die den Markt belasten würden. Diese seien mit ein Grund dafür, dass der Markt die Gewinne nicht habe halten können. Die Verluste bei Bank-Aktien und die dahin geschmolzenen Gewinne spiegelten die Tatsache wider, dass alle fundamentalen Probleme in der japanischen Wirtschaft ungelöst blieben, sagte ein Händler.

Zudem habe die Lungenkrankheit SARS zu Befürchtungen geführt, die Wirtschaft könnte aufgrund stärkerer Nachfrageeinbrüche einen weiteren Dämpfer erhalten. Vor allem die Aktien von Touristik- und Einzelhandelsunternehmen seien unter Druck geraten. Nippon Tourist büssten neun Prozent ein auf 190 Yen.

Dafür stiegen die Aktien von Japan Vilene um 30 Prozent. Das Unternehmen stellt Gesichtsmasken her. "Es scheint, als ob wir zahlreiche Bestellungen seitens japanischer Unternehmen erhielten. Diese verschicken die Masken dann ihren Angestellten im Ausland, in Hongkong oder in China", sagte ein Sprecher von Japan Vilene.

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