Euro leichter
Tokios Börse setzt Talfahrt fort

Die Börse Tokio hat auch am Freitag schwächer tendiert. Händler begründeten den erneuten Kursverlust mit einer Reihe von Konjunkturdaten, die die Ängste vor einem Rückfall der US-Wirtschaft in eine Rezession verstärkt hätten. Die teilweise aggressiven Verkäufer seien allerdings etwas an die Kanadarre genommen worden, als die Hoffnungen zugenommen hätten, die japanische Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um die deflationären Tendenzen zu bekämpfen.

rtr/dpa/vwd TOKIO. Der 255 führende Werte umfassende Nikkei Index büßte 1,01 % ein und schloss auf 9 129,07 Punkten. Zeitweise war er unter die Marke von 9 000 auf 8969,26 Punkte gefallen. Dies war der tiefste Stand seit 19 Jahren.

Anschaffungen zu günstigen Kursen hätten dann aber eine teilweise Erholung begünstigt, hieß es. Der kapitalgewichtete Topix Index büßte 1,08 % ein auf 894,33 Punkte.

Die Nerven lägen vor dem ersten Jahrestag der Anschläge vom 11. September und der Angst vor neuerlichen Attacken und vor einem Krieg gegen Irak blank, hieß es.

Der Kursrückgang in einzelnen Standardwerten seit durch Äusserungen aus Regierungskreisen aufgefangen worden. Es hieß, es würden Schritte zur Unterstützung der japanischen Wirtschaft angekündigt, noch bevor Premierminister Junichiro Koizumi in der kommenden Woche zu einem Besuch in die USA aufbrechen werde.

"Das war mehr ein Lippenbekenntnis, aber es hat gereicht, um die 9 000er Marke zu verteidigen", sagte Hiroshi Sato von Cosmo Securities. Die Aktien exportorientierter Technologieunternehmen wie Canon oder Sony gaben kräftig nach. Händler sagten, Daten aus den USA hätten die Befürchtungen erhöht, die US-Verbraucher könnten ihre Ausgaben einschränken. Die fragile Erholung der japanischen Wirtschaft hängt stark von Exporten ab.

Die Aktien von NTT Docomo hätten darunter gelitten, dass das Unternehmen seine Ziele für Neuabonnenten für den Mobilfunk der dritten Generation etwas zurück nehmen könnte, hieß es.

Um 15.00 Uhr Ortszeit notierte der US-Dollar fester mit 118,33-36 Yen nach 117,63-66 Yen am Vortag zum gleichen Zeitpunkt. Der Euro wurde leichter mit 0,9927-30 Dollar bewertet nach 0,9943-46 Dollar am Donnerstag zur gleichen Zeit.

Der japanische Notenbankpräsident hat derweil erneut deutlich gemacht, dass er derzeit eine weitere Ausweitung der Liquiditätsversorgung für nicht angebracht hält. "Ich glaube nicht, dass eine Erhöhung der Liquidität ein anti-deflationärer Schritt wäre", sagte Masaru Hayami am Freitag. Beobachter sehen die Äußerung als Abwehr zu erwartender Forderungen aus der Politik, in Koordination mit einem möglichen Anti-Deflationspaket der Regierung weitere geldpolitische Schritte zu unternehmen.

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