Euro-Münzmischungen in sechs weiteren EU-Staaten verkauft
Euro entwickelt sich zum Verkaufsschlager

Vor der Ausgabe der Euro-Münzen in Deutschland hat sich die Gemeinschaftswährung in anderen EU-Staaten bereits zum Verkaufsschlager entwickelt: Am Wochenende versorgten sich die Bürger in sechs weiteren Ländern mit den begehrten Münzmischungen.

afp WIEN/BERLIN. In Österreich, Spanien, Italien, Belgien, Luxemburg und Finnland bildeten sich lange Schlangen vor den Ausgabestellen für die Päckchen mit den ersten Probemünzen. In Deutschland kommen die Münzmischungen am Montag für 20 DM (10,23 Euro) in den Handel. Finanzexperten verteidigten unterdessen den Euro als stabile Währung.

Zwei Wochen vor der offiziellen Bargeldeinführung war in vielen europäischen Hauptstädten die Nachfrage nach den ersten Euro-Münzmischungen groß. In Wien standen die Menschen schon am Samstag nach Mitternacht vor der Hauptpost Schlange. Am Westbahnhof der österreichischen Hauptstadt empfingen Tausende Menschen einen Zug mit rund 6 000 Euro-Startpaketen nach Berichten der Nachrichtenagentur Apa mit einem "Euro-Begrüßungsfest". In Spanien standen Euro-Enthusiasten zum Teil mit leeren Händen da: Einige der großen Geldinstitute boten ihren begrenzten Vorrat an Euro-Münzen exklusiv ihren Kunden an. "Wir haben nur 1 000 Päckchen und 14 000 Kunden", sagte eine Angestellte der Bank Bilbao Vizcaya Argentaria.

Die 14 000 italienischen Postfilialen verkauften allein am ersten Ausgabetag rund drei Millionen von insgesamt zehn Millionen Euro-Päckchen. Ab Montag sollen die Banken weitere 20 Millionen Münzmischungen in Umlauf bringen. Belgier und Luxemburger standen bereits im Morgengrauen Schlange vor Bank- und Postschaltern. Einige Banken hatten auch hier bis zu 95 Prozent der Münzbeutel für ihre eigenen Kunden reserviert. In Brüssel verhinderten logistische Probleme an den Bahnhöfen die reibungslose Auslieferung der Euro-Münzen. In Luxemburg trotzten die Menschen den eisigen Temperaturen, um eines oder mehrere der insgesamt 600 000 Päckchen zu erstehen.

In Finnland hatte die Zentralbank offenbar nicht damit gerechnet, dass der Euro sich derart gut verkaufen würde. Mit insgesamt 500 000 der so genannten Starter Kits bekäme in dem skandinavischen Land rechnerisch nur jeder Zehnte ein Päckchen Euro-Münzen. "Die Leute kaufen bis zu fünf Päckchen", sagte eine Verkäuferin in einer der Ausgabestellen in Helsinki.

In Frankreich, wo der Verkauf der ersten Euro-Münzen wie in den Niederlanden und in Irland am Freitag begonnen hatte, wurde bis zum Samstagmittag bereits fast ein Drittel der insgesamt 50 Millionen Päckchen verkauft. Deutschland gehört mit Griechenland und Portugal am Montag zur Schlussgruppe. Hier werden die Starter Kits von Banken, Sparkassen und Postämtern für 20 DM verkauft und enthalten entsprechend Münzen im Wert von 10,23 Euro. Als offizielles Zahlungsmittel gelten die neuen Münzen erst ab dem 1. Januar, dann gibt es auch die Banknoten.

Bundesbankchef Ernst Welteke verteidigte die Gemeinschaftswährung am Sonntag im Südwestrundfunk gegen die Skepsis vieler Deutscher als "so stabil wie die Mark". Für die Unternehmen sei die Einführung des Euro ein großer Vorteil, weil sie künftig in Europa mit einer einzigen Währung kalkulieren könnten. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi warb ebenfalls für den Euro als Mittel zur Bewältigung der Herausforderungen der Weltwirtschaft.

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