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Euro nach massiver Unterstützung leicht erholt

Massive verbale Unterstützung von Europäischer Zentralbank (EZB) und Politik hat am Freitagabend zu einer leichten Erholung des Euro-Kurses geführt.

Reuters FRANKFURT. Die Euro-Finanzminister gaben bei ihrem Treffen in Versailles bei Paris eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie sich besorgt darüber zeigten, dass der Eurokurs nicht die starken Fundamentaldaten der Euro-Zone widerspiegele. EZB-Vizepräsident Christian Noyer schloss auch Interventionen am Devisenmarkt nicht aus. EZB-Präsident Wim Duisenberg sagte in Calgary, ein anhaltend schwacher Euro sei ein Grund zur Sorge, da er Inflationsgefahren berge.

Der Euro, der sich am Nachmittag nur unwesentlich über seinem Allzeittief bei 0.8637 Dollar halten konnte, stieg in der Folge knapp unter 0,87 Dollar.

In der Erklärung der Euro-Gruppe hieß es, der Eurokurs reflektiere nicht die guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten in der Euro-Zone. Die Euro-Gruppe stimme mit der EZB darin überein, dass man die Situation genau verfolgen müsse. Ein starker Euro liege im Interesse der Euro-Zone. EZB, EU-Kommission und Euro-Gruppe teilten die Auffassung, dass das Wachstum in der Euro-Zone sehr robust sei. Haushaltskonsolidierungen und Reformen seien auf den Weg gebracht worden. Die Euro-Minister unterstrichen ihre Entschlossenheit, diesen Prozess zu verstärken und weitere Strukturreformen voran zu treiben, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen.

EZB-Vize Noyer sprach am Abend vor Journalisten davon, dass Interventionen am Devisenmarkt ein Mittel seien, dass der EZB jederzeit zur Verfügung stehe um den Eurokurs zu unterstützen. Ähnlich hatten sich bei ihrem Eintreffen in Versailles auch der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser und sein Luxemburger Amtskollege Jean-Claude Juncker geäußert. Sie betonten jedoch, das der Zeitpunkt für eine Intervention richtig gewählt werden sowie bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssten.

In Calgary äußerte sich EZB-Präsident Duisenberg ebenfalls besorgt über den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro-Kurs sei ein Grund zur Sorge, da er Inflationsrisiken berge und das Vertrauen in die Devise untergraben werde, sagte er vor Wirtschaftsführern.

Nachdem sich der Euro im europäischen Handel nach unterstützenden Äußerungen des finnischen Direktoriumsmitgliedes der EZB Sirkka Hämäläinen in der Spitze bis auf 0,8745 Dollar erholt hatte, war der Kurs im frühen New Yorker handel wieder abgesackt. Händler hatten dies mit der Nervosität des Marktes vor dem Treffen der Finanzminister begründet. Den erneuten Sprung über die Marke von 0,87 Dollar schaffte der Euro am Freitagabend jedoch nicht. Gegen 21.40 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8690/95 Dollar.

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