Archiv
Euro-Renten warten auf 30-jährige Bundesanleihe

rtr FRANKFURT. 24. Okt (Reuters) - Die europäischen Rentenmärkte haben am Dienstag kaum auf die im Tagesverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten reagiert. Stattdessen richtet sich Händlern zufolge die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die angekündigte neue 30-jährige Bundesanleihe. Andere Ereignisse wie das Herbstgutachten der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die deutschen Preisdaten, der anhaltend schwache Euro und die Industrieproduktion in der Euro-Zone bewegten den Markt nicht erkennbar.

Der Bund-Future ging mit mit 105,60 Zählern einen Tick im Plus aus dem Markt. Der Bobl-Future gewann vier Ticks auf 103,62 Punkte. Am kurzen Ende legte der Schatz-Future drei Ticks auf 101,47 Zähler zu. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte mit 100,30 nach 100,36 Prozent zur Kasse. Sie rentierte auf dem aktuellen Niveau mit 5,201 Prozent. Der Rex-Rentenindex büßte 0,03 Prozent auf 110,2382 Punkte ein.

Der Euro pendelte im Tagesverlauf in Erwartung möglicher Signale auf die Interventionspolitik der G-7-Notenbanken beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Montreal in engen Spannen unterhalb der Marke von 0,84 Dollar. Gegen 19.00 Uhr MESZ notierte die Währung mit 0,8370/77 Dollar.

Mit großem Interesse nahmen die Marktteilnehmer nach Angaben von Händlern die von der Bundesbank angekündigte Ausgabe einer 30-jährigen Bundesanleihe mit einem Kupon von 5,5 Prozent auf. Die Bundesbank hatte mitgeteilt, das angestrebte Emissionsvolumen belaufe sich auf fünf Milliarden Euro. Gebote können den Angaben zufolge bis Mittwoch, 11.00 Uhr abgegeben werden. Valutierungstag ist Freitag, 27. Oktober.

Risikofreien Bundesanleihen gesucht

Volkswirte der Commerzbank stellten dazu in einem Marktkommentar fest, die Zeichen für das Debüt einer neuen 30-jährigen Benchmark stünden günstig. Die nach wie vor vorhandene Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten habe den Appetit nach risikofreien Bundesanleihen gesteigert. Die Möglichkeit einer Abkühlung der Weltkonjunktur rücke 30-jährige Bunds in ein attraktives Licht.

Die Preisdaten aus Deutschland, die im Oktober einen leichten Rückgang der Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat aufwiesen, überraschten Händlern zufolge nicht. "Die Preisdaten aus Deutschland sind im Grunde eine Ölgeschichte", sagte Michael Derks von der Commenwealth Bank of Australia in London.

Das Wiesbadener Statistische Bundesamt errechnete am Nachmittag auf Basis der Lebenshaltungskosten aus sechs Bundesländern für Oktober einen Rückgang der Teuerung um 0,3 Prozent gegenüber September. Entsprechend verringerte sich die Jahresrate auf 2,3 Prozent von einem Sechs-Jahres-Hoch von 2,5 Prozent im September.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%