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Euro rutscht bei dünnem Handel unter 0,88 Dollar

Der Euro ist am Freitag bei dünnen Umsätzen unter 0,88 $ gerutscht, ohne dass Händler dafür einen bestimmten Grund ausmachen konnten. Analysten erwarteten Kursbewegungen zwischen 0,8726 und 0,8880 $, dem Tageshoch vom Vortag. "Bis zur Bekanntgabe des Ifo-Indexes in der kommenden Woche sehe ich keinen richtungweisende Einflüsse", sagte Armin Mekelburg, Analyst von der HypoVereinsbank. Der Yen stand unterdessen nach den geldpolitischen Beschlüssen der japanischen Notenbank merklich unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Der Euro notierte gegen 11.45 Uhr MESZ mit 0,8785/90 $ rund einen Viertel US-Cent unter den Schlusskursen am Vortag in New York. Der $ kletterte zum Yen rund ein halbes Prozent auf Kurse um 123,25 Yen, nachdem die US-Devise vor den Beschlüssen der Notenbank in Fernost fast ihr Wochentief von 122,50 Yen erreicht hatte.

Die Anleger interessierten sich derzeit eher für andere Währungen und würden erst wieder zum Euro greifen, wenn die Gemeinschaftswährung aus ihrer engen Handelsspanne nach oben ausbrechen könne, sagte Lee Ferridge, Devisenstratege von der Rabobank. Etwas belastend haben sich Händlern zufolge die Pläne des französischen Telekomausrüsters Alcatel ausgewirkt, der das US-Unternehmen Lucent Technologies Medienberichten zufolge für rund 40 Mrd. $ kaufen will, was zu einem Kapitalfluss aus dem Euro in den $ führt. Auch die am Samstag bevorstehende Änderung der internationalen Aktienmarkt-Barometer von Morgan Stanley .... gab Anlass zu Spekulationen über Kapitalabflüsse aus dem Euro-Währungsraum. Es werde damit gerechnet, dass Unternehmen aus den USA und Großbritannien europäische Börsentitel ersetzen werden, dies werde zu Umschichtungen führen.

Die nächste größere Kursbewegung erwartet HypoVereinsbank-Analyst Mekelburg erst nach Bekanntgabe des April-Ifo-Indexes am Dienstag. Dann sei jedoch eine weitere Abwärtsbewegung zu befürchten, weil das Stimmungsbarometer für die deutsche Industrie womöglich erneut sinkt. "Das wird das Abwärtsrisiko bei Euro-Dollar erhöhen", sagte Mekelburg. Vor Verkäufen in größerem Maßstab schreckten die Händler aber vermutlich zurück, weil vor Interventionen der Zentralbanken zu Gunsten des Euro auf der Hut seien. "Je näher die alten Tiefstände rücken, um so größer wird das Interventionsrisiko." Die EZB hatte 2000 mehrmals zu Gunsten des Euro interveniert, zuletzt im November bei einem Kurs von 0,8640 $.

Der Yen gab wegen der Liquiditätsmaßnahmen der japanischen Notenbank unterdessen merklich zum $ nach. Die Notenbank hatte am Freitag zwar ihre faktische Nullzinspolitik nicht geändert, aber Schritte für eine bessere Liquiditätszufuhr der Kreditwirtschaft beschlossen. So wird die Bank of Japan zusätzlich auch Staatsanleihen kürzerer Laufzeiten kaufen, um die Banken zu einer stärkeren Kreditvergabe an die lahmende Wirtschaft zu bewegen. Mit ihren bisherigen Geldmarktgeschäften hatte die Notenbank die Liquidität nicht wie geplant erhöhen können, da die Banken nicht genug Geld nachgefragt haben, obwohl sie es zu einem Zinssatz von fast Null erhalten können.

Auch wenn die Schritte der BoJ zur besseren Liquiditätszufuhr das fast bei Null liegende Zinsniveau nicht noch weiter drückte, sei der Yen unter Druck geraten.

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