Euro schwach
Kritik an EZB-Chef Duisenberg wächst

Schon kursieren Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Duisenberg - die aber energisch dementiert wurden.

HB FRANKFURT/M. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat entschieden dementiert, Präsident Wim Duisenberg wolle zurücktreten. Entsprechende Gerüchte aus London seien "absoluter Unsinn." Diese Gerüchte und die Kritik an Duisenberg, der sich am Montag gegen Devisenmarktinterventionen im Falle eines Nahostkriegs ausgesprochen hatte, drückten den Euro-Kurs gestern unter 0,85 $. Damit bewegte er sich knapp über dem historischen Tiefstand. Analysten sagten, der Markt wolle die Schmerzgrenze für gemeinsame Interventionen der Notenbanken testen.

In Berlin und Brüssel wurde Duisenberg in Schutz genommen. Torsten Albig, Sprecher von Bundesfinanzminister Hans Eichel, erklärte: "Wir sind zufrieden mit der Arbeit des EZB-Präsidenten." Die EU-Kommission erklärte, sie habe "absolutes Vertrauen" zum obersten Währungshüter der Euro-Zone. Italiens Arbeitsminister, der Sozialist Cesare Salvi, warf Duisenberg dagegen "Oberflächlichkeit" vor. Auch in Madrid und Paris geriet der EZB-Chef in die Kritik.

Negativ auf den Kurs der Gemeinschaftswährung wirkte sich auch die Entwicklung der Verbraucherpreise in Euro-Land aus. Laut Eurostat stieg die Inflationsrate im September auf 2,8 % nach 2,3 % im August. Analysten hatten mit 2,7 % gerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%